10. April 2019 - 19:47 Uhr

Warum auch Frauen "Brusthaare" haben

Bei Männern sind Brusthaare kein Thema. Doch wenn bei Frauen Härchen auf der Brust sprießen, ist das für die Betroffenen oft eine peinliche Angelegenheit. Woher kommen die winzigen Haare, die um die Brustwarze herum wachsen? Und darf man sie einfach abrasieren? Dr. Christian Albring, Facharzt für Frauenheilkunde aus Hannover klärt uns auf.

Was ist die Ursache?

Dr. Christian Albring: "Schätzungsweise drei bis fünf Prozent der Frauen haben Haare auf dem Brustwarzenvorhof, es ist also nichts unnormales. Besonders bei hellhäutigen Frauen mit dunklen Haaren sind die feinen Härchen sichtbarer als bei Blondinen. Im Gegensatz zu Schamhaaren, sind die Haare auf dem Busen viel feiner und weicher. Wie stark sie wachsen, hängt von der eigenen Genetik und dem Hormonhaushalt ab.

Nimmt das Haarwachstum aber stark zu, sollte man einen Arzt kontaktieren. Der kann klären, ob ein Überschuss an männlichen Hormonen vorliegt, die das Haarwachstum beschleunigen. Oft ist Übergewicht schuld, denn hochpotente Fettzellen produzieren mehr männliche Hormone. Auch können die Haare als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten."

Auch Promis sind betroffen...

...und zeigen das sogar öffentlich: Für die "Brit Awards" am 20. Februar 2019 ließ sich Popstar Lily Allen von ihrer Stylistin die Haare an den Brustwarzen entfernen, damit sie wie "Scheinwerfer" strahlen. Das prominente Nippel-Tuning sehen Sie im unserem Video.

Aber viel wichtiger: Wie werde ich die Härchen los?

"Wenn Frau die Pille nimmt, sollte sie es mit einer antiandrogenen Pille versuchen. Diese steuert der männlichen Hormonproduktion entgegen. Ansonsten ist zur Härchenentfernung alles erlaubt - außer Rasieren und Waxing. Im schlimmsten Fall wird dadurch der Haarwuchs sogar noch gefördert. Und wenn man sich schneidet, kann es zu einer unschönen Infektion kommen. Am besten zupft man die störenden Härchen vorsichtig mit einer Pinzette heraus."

Doch am einfachsten ist es immer noch, die Härchen zu akzeptieren. Sie sind schließlich überhaupt nicht schlimm und bestimmt kein Tabuthema.