Angeblich Informationen über Krankheiten gesammelt

Bußgeldverfahren gegen H&M: Modekette soll Mitarbeiter ausspioniert haben

Bußgeldverfahren gegen H&M: Modekette soll Mitarbeiter ausspioniert haben
© dpa, Hauke-Christian Dittrich, bsc

26. Januar 2020 - 9:59 Uhr

Hat H&M gegen den Datenschutz verstoßen?

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz steht im Verdacht, Mitarbeiter in Deutschland bespitzelt zu haben. Unter anderem sollen Informationen über Krankheiten gesammelt worden sein. Das berichtet die FAZ. Demnach ist gegen den Moderiesen ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

H&M: Persönliche Informationen gesammelt

Bei den Vorwürfen gehe es um Informationen zu Krankheiten und anderen persönlichen
Umständen von Mitarbeitern des H&M-Kundenzentrums für Deutschland und Österreich mit Sitz in Nürnberg. Der Verdacht massiver Verstöße gegen Datenschutzrechte des Personals habe sich erhärtet, erklärte der Landesdatenschutzbeauftragten in Hamburg, Johannes Caspar, laut "FAZ". Caspar ist demnach für die schwedische Modekette zuständig, weil sie ihren Deutschlandsitz in der Hansestadt hat. 

"Das qualitative und quantitative Ausmaß der für die gesamte Leitungsebene des Unternehmens zugänglichen Mitarbeiterdaten zeigt eine umfassende Ausforschung der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die in den letzten Jahren ohne vergleichbares Beispiel ist", so Caspar laut dem Bericht.

So flog die Bespitzelung bei H&M auf

Die Datenspeicherung war demnach vor Monaten ans Licht gekommen, als Mitarbeiter des
Kundencenters beim Durchstöbern interner Dateien im IT-System zufällig offen zugängliche Ordner mit brisantem Material entdeckten. H&M teilte laut "FAZ" auf Anfrage schriftlich mit, man nehme den Vorfall weiterhin sehr ernst und bedauere ihn aufrichtig. Das Unternehmen kooperiere nach wie vor voll mit der Datenschutzbehörde und habe eine Reihe von Maßnahmen ergriffen.

H&M bereits in der Vergangenheit in der Kritik

Bereits vor einigen Monaten war H&M in die Kritik geraten, weil das Unternehmen ältere Mitarbeiter mit üblen Tricks gezielt gegen Jüngere ausgetauscht haben soll. Eine RTL-Mitarbeiterin hatte sich daraufhin in zwei Filialen als Verkäuferin beworben und über ihre Erfahrungen berichtet