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GZSZ: Maximilian Braun spricht über das bewegende Thema häusliche Gewalt

Luis (Maximilian Braun, r.) lässt Martin (Oliver Franck) nicht an sich heran.
Luis lässt seinen Vater Martin nicht an sich heran. © MG RTL D / Rolf Baumgartne

Sohn Luis erlebt Gewalt gegen seine Mutter bei GZSZ

Seit Familie Ahrens bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" in den Kiez gezogen ist, spielt das Thema häusliche Gewalt eine wichtige Rolle. Im Interview spricht der GZSZ-Schauspieler Maximilian Braun über die dramatische Geschichte und seine Rolle als Sohn Luis, der darunter leidet, dass seine Mutter Nina von Vater Martin geschlagen wird.

Maximilian Braun sieht für Familie Ahrens keine Zukunft

"In Frankfurt hat alles angefangen. Erst noch unbemerkt von Luis", beschreibt Schauspieler Maximilian Braun wie seine Rolle Luis die Gewalt gegen seine Mutter durch den eigenen Vater erlebt. "Früher oder später hat er dann mitbekommen, was sich zwischen seinen Eltern abspielt."

Dass das Familienidyll nur eine schöne Fassade ist, hat Sohn Luis selbst längst durchschaut. Auch an einen Neuanfang, den seine Eltern in Berlin planen, glaubt er nicht mehr. In seinen Augen wird sich sein Vater nicht ändern.

Schauspieler Maximilian Braun sieht für die Familie ebenfalls keine Zukunft, wenn sich Martin nicht "komplett ändert". Er rät Martin daher zu einer "psychologische Behandlung" und einem "Anti Aggressionstraining".

So hat sich Maximilian Braun auf seine Rolle vorbereitet

GZSZ: Maximilian Braun
Maximilian Braun spricht über das bewegende Thema häusliche Gewalt. © GZSZ, MG RTL D / Rolf Baumgartne

"Es ist am einfachsten, wenn man aus seinem persönlichen Erfahrungsbereich schöpfen kann. Das kann ich in dem Fall zum Glück nicht", beschreibt Maximilian Braun seine Herangehensweise an die anspruchsvolle GZSZ-Rolle. "Dann muss man das Ganze übertragen. Was sind die Gefühle, die Luis hat, wenn er sieht, wie ein Streit mal wieder aus dem Ruder läuft? Verlustängste. Ein Bedürfnis, jemandem zu helfen, jemanden aus einer misslichen Lage herauszuziehen. " Keine leichte Aufgabe für den 20-jährigen Schauspieler.

Das Thema häusliche Gewalt stellte für ihn eine zusätzliche Herausforderung da. "Ich muss zugeben, ich habe mich nicht auf die Thematik vorbereitet", gesteht er, "zum Glück kenne ich häusliche Gewalt nur aus Filmen und Dokumentationen." Dass sich "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" der Thematik annimmt, ist für Maximilian sehr wichtig: "GZSZ hat eine enorme Reichweite und erreicht hoffentlich Familien, die dieses Problem haben. Wenn wir mit unserer Geschichte diese Menschen ansprechen und ihnen in irgendeiner Weise helfen können, dann wäre das doch das Beste, was passieren kann."

Luis sucht das Risiko

Luis ist ein kleiner "Adrenalin-Junkie". Im Risiko sucht er Abstand von seinen Problemen. "Ich glaube, Abstand zum Ärger daheim suchen, ist erst einmal total natürlich", erklärt Maximilian Braun, "ich finde Abstand auch gut. Dann geht man nicht in dem Stress und der Wut darüber unter, dass man selber nichts dagegen unternehmen kann. Allerdings ist dieser Abstand auch anders erreichbar, als durch so riskante Aktionen, wie sie von Luis gemacht werden. Das sollte man unterlassen."

Luis kletter gerne auf hohe Gebäude oder Gerüste. Ein riskantes Hobby und kein gutes Vorbild. "Es ist extrem gefährlich. Er begibt sich in Lebensgefahr. Das ist der falsche Ansatz. Luis sieht in dem Klettern die einzige Möglichkeit, das, was er zu Hause erlebt, zu verarbeiten. Dies ist aber bei weitem nicht die einzige Lösung. Das sollte in gar keinem Fall eine Lösung sein. Also: Bloß nicht nachmachen!", mahnt der GZSZ-Schauspieler. 

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