Gynäkologin empfiehlt "Brust-Bewusstsein"

Brustkrebsvorsorge: Ärztinnen raten allein vom monatlichen Abtasten ab

Breast Examination
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22. Oktober 2020 - 15:30 Uhr

Gynäkologin empfiehlt umfassende Brust-Untersuchungen

Regemäßig die eigene Brust abtasten – das empfehlen die meisten Frauenärzte. Doch die Gynäkologin Malgorzata Banys-Paluchowski sagt, man sollte sich dadurch nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Größe eines Knoten sei zwar ein wichtiger Faktor, jedoch nicht der einzige. 

Nicht aufs Abtasten alleine verlassen

Je früher die Krankheit entdeckt wird, desto besser stehen in vielen Fällen die Heilungschancen. Viele Gynäkologen empfehlen daher, regelmäßig die Brust abzutasten. Doch das sollte nicht der wichtigste Faktor der Vorsorge sein, so die Frauenärztin Malgorzata Banys-Paluchowski. "Die Empfehlung, die Brust abzutasten, ist schon sehr alt, sie wurde in den 50er-Jahren in die ersten Leitlinien aufgenommen", sagt Malgorzata Banys-Paluchowski laut "Deutschlandfunk".

Anstatt sich auf das Abtasten zu verlassen, empfiehlt die Gynäkologin Frauen, sich das Aussehen der eigenen Brust genau anzuschauen. 

Es kommt nicht nur auf die Tumor-Größe an

"In der Tat hat ein kleiner Brustkrebs bessere Heilungschancen als ein großer", erklärt Malgorzata Banys-Paluchowski. "Doch Studien belegen leider nicht, dass Frauen, die monatlich ihre Brüste selbst abtasten, tatsächlich länger leben", räumt die Ärztin ein. Sich allein auf das Abtasten zu verlassen, empfiehlt sie daher nicht.

"Breast Awareness" heißt das, was Frauenärzte empfehlen, also "Brust-Bewusstsein". Dabei geht es darum, sich intensiv mit der eigenen Brust auseinanderzusetzen, damit einem Unregelmäßigkeiten, Hauteinziehungen oder andere Veränderungen schnell auffallen.

Die zuverlässigste Früherkennung ist ein Mammographie-Screening, das für Frauen ab 50 obligatorisch ist. Die Gynäkologin räumt aber ein, dass Frauen, die vorbelastet sind auch schon in jüngeren Jahren eine Mammographie machen lassen können.