2018 M06 12 - 19:22 Uhr

Schulschwimmen: Muslimische Mädchen sollen teilnehmen

Das Pestalozzi-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Herne hat 20 Burkínis für den Schwimmunterricht bestellt. So will die Schule durchsetzen, dass auch muslimische Mädchen am Schwimmen teilnehmen, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ).

Burkinis bestellt: Keine Ausreden mehr fürs Schulschwimmen

Muslimische Schülerinnen können sich die Burkinis kostenfrei ausleihen. Die Schule hat 400 Euro für die Anschaffung ausgegeben. Das Geld stammt überwiegend aus Spenden, wie die "WAZ" schreibt. In der Vergangenheit hatten viele Schülerinnen aus Glaubensgründen ihre Teilnahme am gemeinsamen Schwimmunterricht von Mädchen und Jungs verweigert. Mit den Burkinis soll es jetzt keine Ausreden mehr geben.

Mehrere Eltern muslimischer Mädchen hatten in der Vergangenheit versucht dagegen zu klagen, dass ihre Kinder am Schwimmunterricht teilnehmen müssen.

Streitthema Schwimmunterricht in der Schule

Herne: Gymnasium bestellt Burkinis für Schwimmunterricht
Schwimmunterricht gibt es an der Herner Schule in der sechsten und achten Klasse (Symbolbild)
© picture alliance / dpa, Stephanie Pilick

Dies hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2017 in einem Urteil zurückgewiesen. Auch wenn Jungs dabei sind, ist der Unterricht für Mädchen Pflicht, hieß es in der Entscheidung.

Zuvor hatte auch schon das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine entsprechende Klage abgewiesen. Das Gericht stellte klar, dass die Klägerin einen Burkini tragen könne, um ihren religiösen Bekleidungsvorschriften gerecht zu werden.