Guttenberg: Neuer Job im 'Us-Exil'

Mehr als sechs Monate nach der Plagiatsaffäre tritt Guttenberg einen neuen Job in einer US-Denkfabrik an.
© dpa, A3397 Gero Breloer

24. November 2011 - 15:57 Uhr

Comeback nach Plagiatsaffäre

Neustart im 'US-Exil': Mehr als ein halbes Jahr nach der Plagiatsaffäre tritt Deutschlands Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg einen neuen Job an - in einer US-Denkfabrik. Das berichtet der 'Spiegel'. Sein offizieller Titel dort werde 'angesehener Staatsmann ' lauten.

Im "Center for Strategic and International Studies" (CSIS) in Washington soll Guttenberg ein neues Dialogformat zu transatlantischen Fragen leiten. "Es ist mir eine Ehre, Minister Guttenberg am CSIS zu begrüßen", heißt es in einer Stellungnahme von CSIS-Präsident John Hamre. Guttenberg sei aufgrund von "Energie, Enthusiasmus und tiefer Hingabe zur transatlantischen Partnerschaft" genau der Richtige für die Aufgabe.

Dass Karl-Theodor zu Guttenberg politisch nicht ganz von der Bildfläche verschwinden würde, sagten ehemalige Parteikollegen in der CSU bereits kurz nach seinem Rücktritt voraus. Jetzt versuche er es mit dem Erfolgsrezept zahlreicher deutscher Politiker, die bereits erfolgreiche Rehabilitierungsversuche an US-Denkfabriken hinter sich hätten, so der 'Spiegel'.

Guttenbergs Tätigkeit wird unbezahlt sein

Im Rahmen seines Amts als Verteidigungsminister hatte Guttenberg bereits 2009 einen Vortrag am CSIS gehalten. Die US-Denkfabrik gehört zu den renommiertesten ihrer Art und legt besonderen Schwerpunkt auf die Forschung zur Verteidigungspolitik. Zu den Mitgliedern des CSIS-Kuratoriums zählen Ex-Außenminister Henry Kissinger und der ehemalige Obama-Sicherheitsberater James Jones. Dem 'Spiegel' zufolge wird Guttenberg für Veranstaltungen aus seinem neuen Wohnort Connecticut anreisen. Weiter werde seine Tätigkeit unbezahlt sein.

Der einst beliebteste Politiker Deutschlands hatte am 1. März die Konsequenzen aus den Plagiaten in seiner Doktorarbeit gezogen. Neben seinem Ministeramt legte Guttenberg auch sein Bundestagsmandat und wenig später den Vorsitz seines CSU-Heimatbezirks Oberfranken nieder.