Guttenberg ist zurück - und das in Angriffslaune

Guttenberg bei seiner Wahlkampfrede in Kulmbach
Guttenberg bei seiner Wahlkampfrede in Kulmbach
© deutsche presse agentur

31. August 2017 - 10:36 Uhr

Er kehrt heim in den Wahlkampf

Viel Applaus und viele Sprüche: Karl-Theodor zu Guttenberg meldet sich zurück. 2011 war der einstige CSU-Hoffnungsträger über seine in Teilen abgeschriebene Doktorarbeit gestürzt. Jetzt kehrt der Ex-Verteidigungsminister heim in den Wahlkampf. Und die Frage ist natürlich: Will er mehr? Sein Auftritt am Abend in seiner alten Heimat im oberfränkischen Kulmbach hat seine Anhänger schon mal entzückt.

Aberkannter Doktortitel kein Problem mehr?

Er stehe bewusst vor und nicht hinter dem Rednerpult, sagte Guttenberg betont lässig. Schließlich wolle er nicht Gefahr laufen, eine "abgeschrieben Rede" vorzutragen. Beim Publikum kam dieser Spruch gut an. Seine abgekupferte Dissertation, welche die steile Karriere des damaligen Verteidigungsministers 2011 plötzlich unterbrach, wurde ihm anscheinend von den 1.200 Gästen verziehen.

Der 45-Jährige ist aus den USA angereist, um Wahlkampf für die CSU zu machen. Erste Station: seine Heimat Kulmbach in Oberfranken. Der Stammsitz seiner Adelsfamilie ist nur ein paar Kilometer entfernt.

"Gazprom-Gerd"

Mal machte Guttenberg Witze, mal sprach er ernsthaft. Seine Themen: Außen- und Sicherheitspolitik, Türkei, Nordkorea, Flüchtlingskrise, Europa. Und Gerhard Schröder: Vom geschäftlichen Engagement des SPD-Altkanzlers in Russland und dessen geplanten Job beim russischen Staatskonzern Rosneft hält Guttenberg nichts. Schröder ist für ihn "Gazprom-Gerd". Kanzelerin Angela Merkel hingegen lobte er: Das Land sei bei ihr in besten Händen.

Er ist eben ganz Wahlkämpfer für die Union. Doch wie steht es um ein Comeback für den einstigen Polit-Star? CSU-Chef Horst Seehofer wünscht sich offenbar, dass Guttenberg zurückkommt. Und das nicht nur als Wahlkämpfer, wie nun in den nächsten Wochen auf einer Reihe von Terminen in Bayern.

Doch der Rückflug des 45-Jährigen in die USA steht bereits fest. Beim Wahltermin am 24. September werde er schon wieder in seiner Wahl-Heimat sein. Dort habe er sich ein neues Leben aufgebaut.