Regelung gilt für Käufe vor dem 8. März

Gutscheine statt Geld bei Corona-Absagen von Konzerten & Co.

24.04.2020, Rock-Konzerte fallen wegen Corona-Krise aus. Das Stuttgarter Konzert der Deutschen Rock-Band RAMMSTEIN wurd
© imago images/MiS, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

16. Mai 2020 - 9:06 Uhr

Verbraucherschützer kritisieren die Gutscheinlösung

Sie haben Tickets für ein Konzert oder ein Fußballspiel gekauft und die Veranstaltung wurde wegen Corona abgesagt? Dann haben wir jetzt schlechte Nachrichten für Sie: Geld bekommt man für den Kauf nicht zurück, sondern nur einen Gutschein! Der Bundestag hat am Donnerstag eine Regelung beschlossen, die Veranstalter vor Finanznöten durch massenhafte Rückzahlungen bewahren soll. Die Verbraucherzentrale kritisiert die Entscheidung ab.

Was tun, wenn man das Geld selbst braucht?

Die Regelung soll für Veranstaltungen gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden. Ticket-Käufer sollen aber eine Auszahlung verlangen können, wenn ein Gutschein wegen persönlicher Lebensverhältnisse unzumutbar ist - oder sie den Gutschein bis 31. Dezember 2021 nicht einlösen. Egal, ob Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Filmvorführungen, Vorträge, Lesungen und Sportwettkämpfe - die Gutscheine müssen den Wert des Eintrittspreises inklusive eventueller Vorverkaufsgebühren haben.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Für das Ausstellen und Zusenden dürfen keine Kosten berechnet werden. Der Gutschein kann dann entweder für eine Nachholveranstaltung oder eine andere Veranstaltung eingelöst werden. Möglich ist aber auch, dass Ticketinhaber ihn nicht einlösen, etwa weil ihnen ein Nachholtermin nicht passt oder sie an dem Besuch kein Interesse mehr haben. Dann können sie nach dem 31. Dezember 2021 das Auszahlen des Gutscheinwerts fordern.

Verbraucherzentrale gibt Tipps für Corona-Absagen

Die Verbraucherzentralen kritisieren den Beschluss: "Verbraucher können und sollen gerne Gutscheine akzeptieren, um besonders hart von der Krise getroffene Anbieter und Künstler zu unterstützen. Das muss aber auf freiwilliger Basis geschehen. Denn auch viele Verbraucher leiden derzeit an den Folgen der Pandemie.", heißt es in einer Mitteilung auf der Homepage. Sie seien "nichts anderes als zinslose Zwangskredite der Kunden an Unternehmen. Gleichzeitig tragen sie ein Risiko, bei einer eventuellen Insolvenz ihr Geld nicht zurück zu bekommen."

Daher verweisen die Verbraucherschützer auf Musterbriefe auf ihrer Internetseite, mit denen Ticketkäufer Erstattungsansprüche für nicht erbrachte Leistungen fordern können. Übrigens: Ihr erster Ansprechpartner ist der Veranstalter und nicht die Vorverkaufsstelle.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Corona-Virus hält Deutschland und den Rest der Welt weiter in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt die neue Doku "Was wir aus der Krise lernen".