Neue Rolle kommt aus der rechten Szene

Darum erzählt GZSZ eine Rassismus-Story

7. November 2019 - 17:59 Uhr

Timon Ballenberger distanziert sich von seiner Rolle

Schauspieler Timon Ballenberger ist seit Kurzem bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" in der Gastrolle Lars Grabowski zu sehen – und dieser kommt aus der rechten Szene. Damit greift die tägliche Serie GZSZ erneut ein brisantes Thema auf, über das die Zuschauer diskutieren und nachdenken werden. Wie Timon Ballenberger darüber denkt und warum er sich ganz klar von seiner Rolle distanziert, erklärt der Schauspieler im Interview.

Im Video verraten wir die Hintergründe: Darum erzählt GZSZ eine Rassismus-Story.

„Lars ist sehr unberechenbar“

Lars Grabowski ist der neue Beikoch im "Mauerwerk". Schauspieler Timon Ballenberger sagt über seine Gastrolle: "Lars ist gerade ganz frisch nach Berlin gezogen. Er ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung, und einem neuen Freundeskreis. Er kocht leidenschaftlich gern und freut sich auf seinen neuen Job im 'Mauerwerk'. Er ist der Einzige, der Erik scheinbar unvoreingenommen akzeptiert. Aber er ist auch sehr unberechenbar."

Das erwartet die GZSZ-Zuschauer

Die Geschichte von Lars wird die Zuschauer schockieren. Schauspieler Timon verrät, worum es gehen wird: "Es geht um Freundschaft und Loyalität, mit vielen unerwarteten Wendungen. Lars ist anders, als man zuerst denken mag. Er wird sich mit einigen gestandenen Figuren anlegen. Es wird sehr konfliktreich in der Serie: Lars kommt aus der rechten Szene."

„Einige Texte und Szenen haben mich sehr erschreckt und gefordert“

Für Timon Ballenberger ist es eine Herausforderung einen Rechtsradikalen zu spielen. "Ohne ausreichende Vorbereitung wäre es sicherlich schwierig. Einige Texte und Szenen haben mich sehr erschreckt und gefordert", sagt er. "Es ist interessant, eine solche Rolle zu spielen, die sich stark von mir selbst und meiner Einstellung unterscheidet. Aber gerade das ist einer der vielen Gründe für mich, Schauspieler zu sein und sich damit auseinanderzusetzen."

Timon Ballenberger: So steht der Schauspieler zur rechten Szene

"Ich habe mir eine Menge Material angeschaut, Texte gelesen, Dokumentationen geguckt, mit Menschen gesprochen und Passanten beobachtet. Ich habe schon vorher im Theater und im Film Rollen aus der rechten Szene verkörpert und dazu einiges recherchiert. Außerdem habe ich mit ein bisschen Sport an meinem Körper gearbeitet und zudem meine Kochkünste verfeinert". So hat sich Timon auf seine rechtsradikale GZSZ-Rolle vorbereitet.

Privat hat Timon keine Erfahrungen mit der rechten Szene gemacht und er distanziert sich persönlich auch stark davon: "Ich wünsche mir eine Gesellschaft der Toleranz und Offenheit, in der jeder sich angstfrei bewegen kann und alle gleichbehandelt werden. Egal, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe."

Dass seine Rolle für Furore sorgen wird, ist Timon durchaus bewusst: "Sicherlich werden die meisten Lars' Entscheidungen stark verurteilen und das finde ich auch richtig. Hoffentlich werden die Zuschauer auch darüber sprechen und diskutieren, wie man damit umgeht."

Rechtsextremismus: Neuer Handlungsstrang bei GZSZ

Erik (Patrick Heinrich, r.) ist positiv überrascht, wie unvoreingenommen Lars (Timon Ballenberger) ihm gegenüber ist.
Erik (Patrick Heinrich, r.) ist positiv überrascht, wie unvoreingenommen Lars (Timon Ballenberger) ihm gegenüber ist.
© GZSZ Folge 6876, TVNOW / Rolf Baumgartner

Lars arbeitet im "Mauerwerk" und freundet sich immer mehr mit Erik (Patrick Heinrich) an. Doch Erik ahnt nicht, welche politische Einstellung Lars hat.

Petra Kolle, Produzentin bei GZSZ, weiß, warum dieser Handlungsstrang etwas ganz Besonderes ist: "Erik hat vielen Leuten in unserer Serie großes Leid zugefügt. Diesen Menschen fällt es zu Recht schwer, ihm eine zweite oder dritte Chance zu geben. Doch Lars lässt sich durch Eriks Vergangenheit nicht abschrecken. Er freundet sich scheinbar vorurteilsfrei mit ihm an." Dominique Moro, Creative Producerin bei GZSZ von UFA Serial Drama, fügt hinzu: "Dann stellt sich jedoch heraus, dass Lars anderen Menschen gegenüber massive Vorurteile hat und ihnen aufgrund von sexueller Orientierung, Hautfarbe oder Herkunft mit Verachtung und Ausgrenzung begegnet."

GZSZ behandelt das Thema Rechtsextremismus, weil es "immer mehr Einzug in alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens findet", sagt Petra Kolle. "Wir positionieren uns klar gegen diesen Trend. GZSZ steht für ein offenes und tolerantes Miteinander ALLER Menschen", stellt Dominique Moro klar.

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