2018 M09 22 - 21:00 Uhr

Baby darf demnächst doch mit in den Landtag

Darf eine Abgeordnete ihr Baby mit in eine Plenarsitzung des Landtags nehmen? Über diese Frage diskutierte ganz Deutschland, nachdem in Thüringen eine Grünen-Politikerin des Saals verwiesen wurde, weil sie ihren acht Wochen alten Sohn dabei hatte. Jetzt erlaubte Landtagspräsident Christian Carius (CDU) der Mutter aber, mit dem Kind an Sitzungen des Landtags teilzunehmen.

Wird die Geschäftsordnung des Thüringer Landtags jetzt geändert?

Madeleine Henfling mit Baby im Thüringer Landtag
Madeleine Henfling wurde aus einer Sitzung des Thüringer Landtags geworfen, weil sie ihr Baby mitgebracht hatte.
© dpa, Jens Kalaene, jka kno

Die Geschäftsordnung des Landtages lasse die Anwesenheit des Babys nicht zu, begründete Carius den Rauswurf von Madeleine Henfling. Nach heftiger Kritik änderte er nun anscheinend seine Meinung. Er sei "bis auf Weiteres" bereit, dieses Verhalten "zu tolerieren", schrieb er in einem Brief an die Abgeordnete. Henfling kann ihr Baby demnächst also mit zur Arbeit bringen. Carius schlug außerdem vor, die Geschäftsordnung des Landtags zu ändern. So würden alle Mütter, die als Abgeordnete im Landtag sitzen profitieren.

Die Grünen stellten außerdem einen Eilantrag an das Verfassungsgericht Thüringen. Nach Angaben von Grünen-Fraktionschef Dirk Adams soll das Gericht klären, ob der Rauswurf  Abgeordneten- und Fraktionsrechte verletzt hat. Der Fraktion fehle das Fachwissen von Henfling, sagte Adams. Er hofft, dass die Verfassungsrichter die Frage bis Ende September 2018 ein für alle Mal klären. Die Entscheidung könnte auch zwei weitere Abgeordnete entlasten. Auch die CDU- und die AfD-Politikerin haben Babys.