16. April 2019 - 18:43 Uhr

Räder produzieren für 400.000 Haushalte

60 Windräder mit 154 Metern Durchmesser drehen sich ab sofort im neuen Windrad-Park "Arkona" vor der Küste Rügens. Die Räder produzieren genug Strom für 400.000 Haushalte. Ein zukunftsträchtiges Projekt, das Bundeskanzlerin Angela Merkel feierlich eröffnet hat. Wie der Windpark aussieht, sehen Sie im Video!

Flugrouten der Vögel werden gestört

Doch bereits vor der Eröffnung gab es viel Kritik an dem neuen Offshore-Park. "Die Einweihung eines so großen Windparks ist ein guter Tag für den Klimaschutz, ein problematischer Tag für den Meeresnaturschutz. Wir haben Konflikte mit dem Vogelzug", so Corinna Cwielag vom BUND Mecklenburg-Vorpommern.

Denn die Flugrouten der Vögel werden durch die Windkraftwerke gestört, wichtige Rast- und Nahrungsgebiete gehen verloren und es drohen Kollisionen mit den Rotoren der Turbinen.

Um möglichst wenige Vögel zu beeinträchtigen, können aber zumindest einzelne "Arkona"-Windräder gedrosselt oder abgeschaltet werden.

Trotzdem belaste der Lärm, der vor allem beim Bau solcher Anlagen entsteht, die Tiere im und über dem Wasser. Außerdem liegt der Windpark direkt zwischen Schutzgebieten für Riffe und Schweinswalvorkommen.

Besserer Netzausbau notwendig

Ein weiteres Problem: der Netzausbau, um den Strom von Nord nach Süd zu transportieren.

Denn um den Strom der Windräder von der See an Land zu bekommen, müssen Stromkabel im Boden verlegt werden. Die Bundesregierung bereitet deshalb den Bau der unterirdischen Stromautobahn "SuedLink" vor. Sie soll von Schleswig-Holstein 700 Kilometer bis Bayern und Baden-Württemberg verlaufen. Doch dagegen protestieren zahlreiche Bürgerinitiativen, das Land Thüringen hat sogar Klage eingereicht.