Günstig kochen: Gesund essen mit Hartz IV

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Günstig kochen: Leckere Rezepte trotz Hartz VI

Mit Hartz IV kann man nicht gesund und frisch kochen. So argumentieren viele Menschen, die von Hartz IV leben und mit dem Geld einen Monat lang auskommen müssen. Fehlt es wirklich an Geld oder vielmehr an Kocherfahrung? Und lässt sich auch mit Hartz IV ein Menü zaubern? Der Fernsehkoch Ralf Zacherl macht den Test.

Melanie Monden, die Zacherl in Berlin-Marzahn trifft, lebt von Hartz IV. Sie ist alleinerziehende Mutter. Für Ihren dreijährigen Sohn Joel, und die erst zwei Jahre alte Ronja kocht sie meistens nur Dosen-Gerichte. Kann Sie nicht anders oder geht es nicht anders? Der Fernsehkoch Ralf Zacherl besucht Melanie zu Hause und versucht zu beweisen, dass gesund auch günstig geht. Zacherl will in Melanies Familie ein Menü mit Hartz IV Budget zaubern.

Doch wie viel Geld hat Melanie wirklich für Lebensmittel übrig? Sie glaubt, es sind nur 150 Euro. Beim Nachrechnen ergibt sich eine andere Summe: Hartz IV plus Kindergeld minus Ausgaben macht 738 Euro. Das ergibt pro Person und pro Mahlzeit 2,73 Euro. Dass man sich davon ernähren kann, steht außer Frage. Aber kann man sich davon auch gesund ernähren?

Günstige Lebensmittel vom Markt

Zacherl ist bekannt dafür, aus wenig viel zu zaubern. Er möchte heute mit Melanies kleinem Budget ein ganzes Menü kochen. Zunächst geht er gemeinsam mit der Mutter einkaufen. Allerdings nicht im Discounter, sondern auf dem Markt. Denn hier sind die Lebensmittel frischer und zudem günstig, wenn man Produkte der Saison kauft. Bislang landeten in Melanies Einkaufswagen vor allem Tiefkühlprodukte wie Fertig-Lasagne, Fritten oder Press-Fleisch, darüber hinaus Konserven und allerlei Süß-Kram. Obwohl es auch im Discounter frische Lebensmittel gibt, machte Melanie bislang einen großen Bogen um die Frischetheke.

Zacherls Tages-Einkauf für rund 9 Euro kann sich jedenfalls sehen lassen. Zum Vergleich: Melanie gibt für Ihre „vermeintlichen Billig-Produkte“ mit rund 16 Euro beinahe sieben Euro mehr aus – und zwar jeden Tag! Bei der Resteverwertung von Melanies Vorräten dreht Zacherl zur Höchstform auf. Statt Zwiebel-Knolle Zwiebel-Triebe- statt Zucker Marmelade im Salatdressing. Erdbeeren und alte Kekse werden zum Fruchtnachtisch.

Beim gemeinsamen Kochen merkt der Koch allerdings, dass Melanie die tägliche (Koch-)Routine fehlt. Beim Gemüse Schälen und Schneiden hapert es noch. Umso erstaunter ist Melanie darüber, wie leicht es eigentlich ist, frisch zu kochen: Paniertes Hühnchen kannte sie bislang nur als „Geflügeldinos“ aus der Packung. Das, was Zacherl hier zaubert, reicht sogar für Mittag und Abendessen. So kostet eine Mahlzeit gerade mal 1,60 Euro.

Wenn man nach Angeboten schaut und sich ein bisschen mit Kochen beschäftigt, kann man sich also auch von einem schmalen Hartz IV-Budget gesund ernähren. Melanie will das nun auch versuchen - auch wenn sie wohl erst einmal auf den Geschmack kommen muss.