Drohungen per Telefon,Mail und Post

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Richter und Anwälte werden bedroht

10. November 2019 - 21:54 Uhr

Staatsanwalt spricht von "allgemeinem Trend"

Es ist ein Fall, der bundesweit Schlagzeilen machte und der allein schon aus diesem Grund für die Justiz eine große Herausforderung darstellt. Der Prozess gegen elf junge Männer, die vermutlich eine 18-Jährige vor einer Freiburger Disko vergewaltigt haben, findet unter großem öffentlichem Interesse statt. Die Beteiligten der Justiz sind hierbei Anfeindungen und Drohungen ausgesetzt.

Prozess im Fokus der Öffentlichkeit

Die jungen Männer sind zwischen 18 und 30 Jahre alt, sie kommen aus Syrien, Algerien, dem Irak und Deutschland.
Die jungen Männer sind zwischen 18 und 30 Jahre alt, sie kommen aus Syrien, Algerien, dem Irak und Deutschland.
© dpa, Patrick Seeger, pse lop

Der Strafprozess vor dem Landgericht Freiburg spiegele einen allgemeinen Trend wider, sagte Staatsanwalt Thorsten Krapp. Justizvertreter würden häufig beleidigt und bedroht - teilweise sogar mit dem Tod. Die Staatsanwaltschaft ermittle und versuche, die Verfasser von Droh- und Hassbotschaften zu finden. Drohungen und Hasskommentare gingen häufig telefonisch, per E-Mail und Post sowie über soziale Medien ein, so Krapp.

Sie stammten von "vollkommen unbeteiligten Personen", die Strafverfahren über die Medien verfolgten und ihre Meinung äußern wollten. In dem Freiburger Verfahren seien nicht nur Verteidiger, sondern auch die Opferschutzanwältin bedroht worden.

Elf Männer haben 18-Jährige vermutlich stundenlang vergewaltigt

Nach Beginn des Prozesses hatte bereits der Vorsitzende Richter die Öffentlichkeit zur Besonnenheit ermahnt, nachdem Verteidiger angefeindet worden seien. Der Prozess hat Ende Juni begonnen. Angeklagt sind elf Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren - die meisten von ihnen Flüchtlinge.

Ihnen wird Vergewaltigung oder unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Sie sollen die 18-Jährige vergewaltigt oder ihr nicht geholfen haben. Die Angeklagten bestreiten dies oder schweigen zu den Vorwürfen.