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Gruppenvergewaltigung in Freiburg – Polizei gibt offen zu: Wir hätten die Vergewaltigung verhindern können

Zwei weitere Spuren zu noch unbekannten Männern
Zwei weitere Spuren zu noch unbekannten Männern Polizei Freiburg ermittelt zur Gruppenvergewaltigung 01:16

Hauptverdächtiger war wegen Drogen-Ermittlungen noch auf freiem Fuß

Zu dem grausamen Fall einer Gruppenvergewaltigung nach einer Party-Nacht in einem Freiburger Techno-Club haben Polizei und Staatsanwaltschaft erstaunlich offen zugegeben. "Wenn Sie schreiben, dass die Polizei es hätte verhindern können, haben Sie im Ergebnis recht", erklärte der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizeidirektion Bernd Belle. Die Polizei habe den 22-jährigen mutmaßlichen Haupttäter trotz Haftbefehl nicht festgenommen, weil sie wegen Drogenbesitzes in großem Stil gegen ihn ermittelte. Den Angaben zufolge wollte die Polizei bei seiner geplanten Festnahme zugleich Rauschgift beschlagnahmen.

Haupttatverdächtiger war wegen verdeckter Ermittlungen frei
Haupttatverdächtiger war wegen verdeckter Ermittlungen frei Neue Details zur Gruppenvergewaltigung in Freiburg 02:02

Mutmaßlicher Haupttäter gilt als Intensivtäter – Kontakt zur PKK?

Die Polizei bestätigte Berichte, dass acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft sitzen. Sieben Männer haben die syrische Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsgenehmigungen für Deutschland. Sie sind zwischen 19 und 29 Jahren alt. Ein weiterer Tatverdächtiger (25) hat die deutsche Staatsbürgerschaft.

Der mutmaßliche Haupttäter und ein weiterer dringend Tatverdächtiger gelten bei der Polizei als Intensivtäter. Seit Sommer 2018 soll der inzwischen 22-Jährige mehrere Straftaten begangen haben. Es gehe um drei Körperverletzungen und zwei Taten mit Sexualbezug. 

Drei Tatverdächtige im Freiburger Vergewaltigungsfall präsentieren sich im Internet auf Fotos mit Waffen. "Dies lässt die Nähe zur YPG oder der PKK zu. Wir können das nicht verifizieren", sagte Bernd Belle von der Freiburger Kriminalpolizei. Die YPG ist eine Kurdenmiliz in Nordsyrien, die PKK ist die verbotene kurdische Arbeiterpartei.

DNA-Spuren führen zu zwei weiteren möglichen Tätern

"Wir suchen zwei weitere Tatverdächtige", erklärte Belle. Es gebe zwei weitere DNA-Spuren, die nicht mit denen, der bisher ermittelten Tatverdächtigen übereinstimmten. Diese beiden weiteren Tatverdächtigen sind noch nicht identifiziert.

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