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Gruppenvergewaltigung auf dem Schulhof: Vier Männer in Tübingen vor Gericht

Das Landgericht in Tübingen verurteilte vier junge Männer wegen der Gruppenvergewaltigung einer 24-Jährigen zu Haftstrafen.
Wegen der gemeinschaftlichen Vergewaltigung einer jungen Frau in Tübingen sind vier angeklagte junge Männer zu Haftstrafen verurteilt worden. © dpa, Sebastian Kahnert

Zwei lockten die arglose Frau in die Dunkelheit, wo die Komplizen schon warteten

Schwerer Vorwurf gegen vier jungen Männer aus Tübingen: Sie sollen eine 24-Jährige mitten in der Nacht von einer Party auf einen dunklen Schulhof gelockt und dann vergewaltigt haben. Jetzt beginnt am Tübinger Landgericht der Prozess gegen die Gruppe wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung. Bei Vernehmungen machten sie widersprüchliche Angaben. Seit April sitzen die Beschuldigten im Alter von 19 bis 23 Jahren in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung als Erwachsene sieht das Gesetz Haftstrafen von bis zu 15 Jahren vor. Ein Urteil wird für Ende November erwartet.

Die 24-Jährige ist bei Prozessauftakt nicht anwesend.Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragten den Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Intimsphäre ihrer Mandantin müsse geschützt werden, sagte die Opfer-Anwältin. Die Frau sei "psychisch extrem belastet". Die Staatsanwältin begründete ihren separaten Antrag damit, dass das Verfahren den Beschuldigten nicht als öffentliche Bühne dienen solle. "Man muss die Angeklagten vor sich selbst schützen."

Einige der Tatverdächtigen sagten den Ermittlern laut Staatsanwaltschaft, die Frau sei mit dem Sex einverstanden gewesen, andere bestritten die Tat gänzlich. Zwei Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, die offensichtlich betrunkene Frau am 28. März während einer großen öffentlichen Party in einer Turnhalle zunächst bei einer Zigarette im Raucherbereich in ein Gespräch verwickelt zu haben. Dann sollen die mutmaßlichen Täter die Frau unter einem Vorwand auf einen zu dieser Zeit völlig dunklen benachbarten Schulhof gelockt haben. Dort warteten den Ermittlungen zufolge Komplizen. Die Gruppe soll über ihr Opfer hergefallen sein.

DNA-Spur führte zu einem der Angeklagten

Nach der Tat lief die 24-Jährige orientierungslos umher. Zwei Frauen fanden sie und brachten sie zum Sicherheitspersonal der Party. Die Frau kam in ein Krankenhaus. Nach aufwendigen Ermittlungen nahmen Beamte die mutmaßlichen Vergewaltiger rund vier Wochen nach der Tat fest. Am

Tatort gesicherte genetische Spuren hatten die Fahnder letztlich zu einem der nun Angeklagten geführt - einem 20-Jährigen aus Dußlingen bei Tübingen. Seine DNA-Merkmale waren wegen früherer Straftaten registriert. Jedoch sei keiner der Beschuldigten wegen Sexualdelikten polizeibekannt, so die Anklagebehörde. Ermittlungen gegen drei weitere Tatverdächtige stellten die Behörden ein, weil sie ihnen keine Beteiligung an der Vergewaltigung nachweisen konnten.

Weil drei der Angeklagten zur Tatzeit jünger als 21 Jahre alt waren, wird vor der Großen Jugendkammer verhandelt. Ob Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt, wird im Prozess entschieden.

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