Corona-Krise

Grüne fordern Kurzarbeitergeld auf bis zu 90 Prozent aufzustocken

Grüne: Boni in Einzelhandel und Gesundheitswesen steuerfrei
© dpa, Kay Nietfeld, nie axs kay

08. April 2020 - 11:39 Uhr

Göring-Eckardt: Niemand sollte aufgrund von Kurzarbeit in Armut geraten"

Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert in einem Konzeptpapier eine gestaffelte Anhebung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 90 Prozent des Nettolohns. "Wer ohnehin wenig Einkommen hat, kann einen Verlust von bis zu 40 Prozent kaum verkraften, schon gar nicht monatelang", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt zu ntv.de.

"Niemand sollte aufgrund von Kurzarbeit in Armut geraten." Bislang entspricht das Kurzarbeitergeld 60 Prozent des mittleren Nettolohns. Wer Kinder hat, bekommt 67 Prozent.

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Das sind die Vorschläge der Grünen

Ein ntv.de vorliegendes Konzeptpapier der Grünen-Bundestagsfraktion sieht vor, Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen besserzustellen.

Die Details:

  • Das Kurzarbeitergeld soll gestaffelt auf bis zu 90 Prozent des Nettoeinkommens steigen - je niedriger der Monatslohn, desto mehr würde beim Kurzarbeitergeld davon übrigbleiben.
  • Der Höchstsatz von 90 Prozent Kurzarbeitergeld dem Konzept zufolge für Einkommen bis 1.300 Euro netto gelten. Anstatt wie bisher auf 780 Euro Kurzarbeitergeld käme ein Berufstätiger mit 1.300 Euro netto bei 90-Prozent-Kurzarbeitergeld auf 1.170 Euro - ein Plus von 390 Euro.
  • Das Modell sieht weitere Stufen von 80 Prozent Kurzarbeitergeld bis 1.600 Euro Nettoeinkommen vor sowie 70 Prozent für Menschen, die unter 2.300 Euro verdienen.
  • Wer 2.300 Euro und mehr netto im Monat hat, bleibe wie bisher bei 60 Prozent Kurzarbeitergeld.
  • Eltern von Kindern sollen jeweils ein um sieben Prozentpunkte höheres Kurzarbeitergeld beziehen.

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