Grüne beklagen Zunahme von Tiertransporten aus MV

Mastschweine sind in einem Lkw für den Transport zum Schlachthof zu sehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
Mastschweine sind in einem Lkw für den Transport zum Schlachthof zu sehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
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15. September 2021 - 16:13 Uhr

Schwerin (dpa/mv) - Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern prangern Tierleid bei langen Transporten an. Anders als in anderen Bundesländern sei die Zahl der Tiertransporte im Nordosten deutlich gestiegen, teilte der Grünen-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Harald Terpe, am Mittwoch unter Berufung auf Statistiken mit. Demnach wurden im Jahr 2020 über 200.000 Schweine mehr als 2019 zur Schlachtung in andere Bundesländer transportiert.

"Es kann kein vernünftiges Geschäftsmodell sein, hunderttausende Schweine jedes Jahr durch die halbe Republik zu transportieren. Stundenlange Tiertransporte bedeuten enormen Stress und viel Leid für die Tiere", sagte Terpe. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) habe es trotz vollmundiger Versprechungen nicht geschafft, einen größeren Schlachtbetrieb für Schweine in Land anzusiedeln, um so Transportwege kurz zu halten.

In den zurückliegenden Jahren waren im Nordosten mehrere Schlachthöfe geschlossen worden. Terpe sprach sich dafür aus, Hofschlachtungen und Direktvermarktung sowie kleinere Schlachtbetriebe stärker zu unterstützen. Zudem forderte er Anreize für eine Abkehr von der industriellen Schweinemast.

Laut Terpe wurden 2019 in Mecklenburg-Vorpommern 811.600 Schweine gehalten und 267.655 davon gewerblich im Land geschlachtet. Im Jahr 2020 sei die Zahl der Schweine leicht auf 833.000 gestiegen, die Zahl der Schlachtungen aber um 90 Prozent auf 30.000 gesunken. Dies bedeute, dass mehr als 200.000 schlachtreife Tiere zu Schlachthöfen in andere Bundesländer transportiert wurden. Auch 2021 halte der Trend an.

© dpa-infocom, dpa:210915-99-230406/3

Quelle: DPA

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