Großwildjagd in Afrika: Britischer Cricket-Star Kevin Pietersen eröffnet die Internet-Jagd auf die Trophäensammler

Zwei unbekannte Männer posieren mit einem von ihnen erlegten Löwen
Zwei unbekannte Männer posieren mit einem von ihnen erlegten Löwen
© Twitter/Kevin Pietersen

31. August 2018 - 18:05 Uhr

Großwildjagd ist schrecklich – aber eine Hetzjagd auf die Jäger ist auch keine Lösung

Es ist ein Foto, das schockiert. Ein ausgewachsener Löwe, einst majestätisch und frei, hängt blutverschmiert mit einem Bein von einem Baum – erschossen von zwei Jägern, die breit grinsend neben dem Tier stehen. Entdeckt wurde das Foto vom britischen Cricket-Star Kevin Pietersen, der es auf seinem Twitter-Account teilte. Im Post fordert der Sportler seine Follower zu einer Art Hetzjagd auf die Jäger auf. Das Foto und die Jagd auf Großwild sind schlimm, keine Frage - aber geht das nicht zu weit?

"Menschen sind die einzige Art der Welt, die alles ohne Grund zerstören"

"Können wir diese Drecksäcke beim Namen nennen und bloßstellen, Twitter?!?! Retweet um diese Clowns vielleicht zu finden" schreibt Kevin Pietersen unter dem Foto. Tausende Menschen haben auf sein Bild reagiert – sein Aufruf spaltet die User. "Menschen sind die einzige Art der Welt, die alles ohne Grund zerstören.", schreibt ein User unter Bild. Andere scheinen mit der Jagd auf wilde Tiere keine Probleme zu haben: "Manche angeln gern, manche gärtnern gerne, andere jagen eben. Ich kann da kein Problem erkennen!"

Großwildjagd vor allem bei US-Amerikanern und Europäern beliebt

Immer wieder geraten solche "Trophäenbilder" an die Öffentlichkeit. Einen großen Skandal löste vor ein paar Jahren ein amerikanischer Zahnarzt aus, als der den beliebten Löwen "Cecil" tötete. Die Jagd auf Großwild wie Löwen, Giraffen oder Elefanten ist ein Riesengeschäft – vor allem in Afrika. Die meisten Jagd-Touristen kommen aus Europa oder den USA, sogar Kinder werden schon auf solche Touren vorbereitet. Laut Informationen der Organisation "Pro Wildlife" jagen jedes Jahr mehr als 18.000 Menschen die Tiere. Dabei haben sie es vor allem auf bedrohte Arten abgesehen – denn mit denen lässt es sich ja am besten prahlen. So heroisch, wie sich die Jäger auf den Fotos mit erlegten Tieren geben, läuft das Ganze allerdings nicht ab. Die Jagd findet oft auf abgesperrtem Farmgebiet statt – die Tiere haben damit keine richtige Chance, zu fliehen.

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Länder wie Namibia oder Südafrika verdienen ein Heidengeld mit der Großwildjagd

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Eine Elefantenmutter und ihr Baby in einem Nationalpark in Simbabwe
© imago/Westend61, imago stock&people

Das Schlimme: Meistens sind die grausamen Jagden sogar legal. Länder wie Namibia ziehen ordentlich Profit aus dem organisierten Töten, weswegen teilweise sogar die bedrohten Arten zum Abschuss freigegeben werden.

Doch vielleicht findet auch hier langsam ein Umdenken statt: Pohamba Shifeta, namibischer Minister für Umwelt und Tourismus, gab jetzt bekannt, dass es Personen künftig verboten sei, Fotos mit toten Wildtieren im Internet zu veröffentlichen. Das könnte für viele den Reiz der Großwildjagd nehmen – schließlich wollen die Jäger vor allem eins: Mit ihrer "Trophäe" angeben.