Einzelunterbringung als wirksamer Corona-Schutz

Großspende: Obdachlose können in Hotels in Hamburg übernachten

Ein Obdachloser liegt auf einer Bank. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
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02. Dezember 2020 - 7:50 Uhr

Unternehmen stellt 300.000 Euro zur Verfügung

Rund 60 obdachlose Menschen können dank einer Großspende von Dezember bis April sicher in Hotels untergebracht werden. Das Hamburger Unternehmen Reemtsma stellt dafür 300.000 Euro zur Verfügung. Damit können die Partner Alimaus, Hinz&Kunzt, Diakonie Hamburg und Caritas ihr Projekt aus dem Frühjahr fortführen, teilten die Organisatoren am Dienstag (01.12.) in Hamburg mit.

Begleitung durch Sozialarbeiter

Mit der Aktion reagierten die Projektpartner auf die anhaltend hohe Gefährdung der Betroffenen, gerade in der kalten Jahreszeit. Während die Stadt die Zahl der Plätze in Gemeinschaftsunterkünften im Winternotprogramm erhöht hat, setzt das Bündnis auf Einzelunterbringung als wirksamsten Corona-Schutz. Das Engagement umfasst zudem die Begleitung durch Sozialarbeiter und nach Möglichkeit eine regelmäßige Essensversorgung sowie die Bereitstellung von Hygieneartikeln und sauberer Kleidung.

"Einzelunterbringung und ein Minimum an Ruhe und Privatsphäre eröffnen deutlich bessere Chancen für Perspektiven aus der Obdachlosigkeit", sagte Landespastor Dirk Ahrens und Leiter des Diakonischen Werks Hamburg. "Unser Hotelprojekt liefert also wichtige Hinweise, in welche Richtung das Unterbringungssystem in Hamburg weiterentwickelt werden müsste", so Ahrens.

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie gute Erfahrungen gemacht

Schon zu Beginn der Pandemie hatte das Bündnis nach einer Spende von Reemtsma obdachlose Menschen in Hotels untergebracht und damit gute Erfahrungen gemacht. In einigen Fällen soll auch der Übergang in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und eine feste Unterkunft gelungen sein.


Quelle: DPA / RTL.de