23. Mai 2019 - 9:44 Uhr

Mehr als 500 Polizisten sind im Einsatz

In Essen und zehn weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen ist die Polizei am Mittwochmorgen gegen eine irakische Rockerbande vorgegangen. Den Kriminellen - die sich selbst "Krieger Mohammeds" nennen - werden Schleusungen und illegaler Waffenhandel vorgeworfen. Mehr als 500 Polizisten sind im Einsatz.

"Al-Salam-313"-Rocker im Visier der Ermittler

Die Polizei hat eine irakische Rockerbande ins Visier genommen.
Die Polizei hat eine irakische Rockerbande ins Visier genommen.
© DNF

Wie die Polizei Essen meldet, richtet sich die Razzia gegen 34 Personen der irakischen Rocker-Organisation "Al-Salam-313". Zunächst sei der Einsatz ohne Zwischenfälle verlaufen, hieß es am Mittwoch. Haftbefehle habe es keine gegeben. Der Großeinsatz soll nach Polizeiangaben bis in den Nachmittag hinein dauern. An der Razzia waren nach Polizeiangaben auch Spezialeinheiten und Fahnder des Staatsschutzes beteiligt. Ziel der Maßnahmen sei es, Beweismittel zu finden.

Den Rockern wird unter anderem Waffenhandel vorgeworfen.
Den Rockern wird unter anderem Waffenhandel vorgeworfen.
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"Wir führen seit geraumer Zeit ein Ermittlungsverfahren gegen eine größere Personengruppe", sagte ein Sprecher der Essener Polizei. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liege im Raum Köln und dem Ruhrgebiet. Es gehe neben Schleuserkriminalität und Waffenhandel, auch um Drogenkriminalität und um gefälschte Ausweise.

Rocker haben Verbindungen zum alten Saddam-Regime

Die Polizei ermittelt offenbar seit längerem gegen die Irak-Rocker.
Die Polizei ermittelt offenbar seit längerem gegen die Irak-Rocker.
© DNF

Die irakischen Rocker stehen laut "Bild" unter Verdacht, Milizen in ihrem Heimatland mit illegalem Geld unterstützt zu haben. Sie nennen sich auch "Krieger Mohammeds", heißt es im Bericht. Ob dabei sogar terroristische Gruppen unterstützt wurden, sollen nun die Durchsuchungen klären. In Essen soll auch die Wohnung von Mohammed M. durchsucht worden sein. Der 39-Jährige zeichne sich selbst als World-Präsident der "Al-Salam"-Rocker.

Mehrere Wohnungen wurden in Essen und Nordrhein-Westfalen durchsucht.
Mehrere Wohnungen wurden in Essen und Nordrhein-Westfalen durchsucht.
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In der Vergangenheit sei die Bande immer wieder wegen krimineller Machenschaften aufgefallen. Einige Mitglieder sollen zudem früher enge Kontakte zur Leibgarte des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein gepflegt haben. Was die irakischen Rocker hier in Deutschland vorhaben, sei trotz langwieriger Ermittlungen nicht wirklich klar.