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Großer IS-Anschlag in Deutschland: RTL-Reporter spürt verdächtige Maria M. in Syrien auf

IS-Anschlag verhindert: Das sagt verdächtige Maria M.
IS-Anschlag verhindert: Das sagt verdächtige Maria M. RTL-Reporter Weichert hat sie in Syrien aufgepürt 01:41

Was sagt Maria M. zu den Anschlagsplänen?

Drei Teams von Attentätern des Islamischen Staates sollten nach Deutschland reisen, um dort einen Anschlag zu verüben. Offenbar hatten sie ein großes Musikfestival im Auge. Den Behörden gelang es, ihre Pläne zu durchkreuzen. Oguz G. und Maria M. sollen zwei der Terror-Helfer sein. RTL-Reporter Jürgen Weichert ist es gelungen, Maria M. in einem Lager in Nordsyrien aufzuspüren und mit ihr zu sprechen. 

"Ich habe ganz normal hier in Syrien gelebt"

Die deutsche Islamistin Maria M. will nicht erkannt werden. Sie fürchtet Nachteile, wenn sie nach Deutschland zurückkehrt. Im Interview mit RTL-Reporter Jürgen Weichert betont sie, unschuldig zu sein. Von den Morden des IS will sie nichts gewusst haben. "Ich habe ganz normal hier in Syrien gelebt, wie jeder andere Mensch auch", sagt sie. 

Die Behörden sehen das anders und warten derzeit auf ihre Auslieferung. Es liegt bereits ein Haftbefehl gegen sie und Oguz G. vor. Ihnen wird vorgeworfen, Teil einer Gruppe zu sein, die sich von den Anschlägen in Paris mit 130 Toten inspirieren ließ und ein ähnliches Attentat in Deutschland plante. 

Was Maria M. zu den konkreten Vorwürfen sagt und wie sie zum IS kam, sehen Sie im Video.

IS-Attentat in Deutschland: "Sie sollte zum richtigen Zeitpunkt zuschlagen"

Propagandavideos der IS-Miliz
Frauen spielten bei der Terror-Miliz IS zuletzt auch bei Kampfhandlungen eine immer größere Rolle. © dpa, Syriadeeply.org

Derzeit haben sich rund 900 Menschen aus Deutschland dem Islamischen Staat in Syrien angeschlossen, sagt RTL-Terrorismus-Experte Michael Ortmann. Darunter sind auch viele Frauen. Zunächst hatten sie vor allem die Aufgabe, den Kämpfern zur Seite zu stehen und Kinder zu bekommen. Doch als es dem IS 2015 zunehmend schlechter ging und er an Boden verlor, änderte sich das. "Da tauchten Frauen auch im Bereich Rekrutierung und Erste Hilfe auf. Sie waren teilweise für Propaganda zuständig. Und 2016, als es dem Islamischen Staat richtig schlecht ging, tauchten Frauen auch bei Kampfhandlungen auf", beschreibt Ortmann.

Gefahr durch weibliche IS-Rückkehrer

RTL-Terrorismus-Experte Michael Ortmann
Rund 200 deutsche Frauen sollen sich noch im Islamischen Staat aufhalten.

Gerade bei den Frauen ist oft unklar, welche Rolle sie wirklich im Islamischen Staat hatten und wie radikalisiert sie sind, sagt Ortmann. "Diese Frauen haben oft Kinder. Diese Kinder sind jahrelang im radikalisierten Kriegsumfeld groß geworden". Bei ihnen ist noch schwerer einzuschätzen, wie sie sich im Falle einer Rückkehr verhalten werden. 

"Viele von denen, die jetzt im Irak inhaftiert sind, sagen jetzt im Nachhinein, sie hätten von all dem nichts gewusst, wir wären da reingerutscht, sie wollten doch nur ein sehr gläubiges Leben führen. Einigen wenigen darf man das durchaus glauben", erklärt Ortmann. Das betrifft vor allem jene, die sich recht früh dem IS angeschlossen haben. Alle, die erst in den Jahren 2015 und 2016 ausgereist sind, "werden gewusst haben, worauf sie sich einlassen. Sie werden gewusst haben, was der Islamische Staat ist. Die meisten werden es jetzt nur abstreiten, weil sie wissen, dass sie mit erheblichen juristischen Konsequenzen in Deutschland rechnen müssen", so Ortmanns Einschätzung.

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