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SAP, LinkedIn oder Google sind Vorreiter

Große Unternehmen machen es vor: Einen Tag "Corona-Sonderurlaub"

Unternehmen wie SAP und LinkedIn führen Corona-Sonderurlaub ein.
Unternehmen wie SAP und LinkedIn führen Corona-Sonderurlaub ein.
© dpa, Fabian Strauch, fst wst beg gfh

08. April 2021 - 16:10 Uhr

Wegen Homeoffice-Belastung

Über ein Jahr lang sind viele Arbeitnehmer nun schon im Homeoffice. Das ist Segen und Fluch zugleich und stellt für viele eine nervenzerreibende Doppelbelastung da. Zum mentalen Ausgleich und als Prävention für einen möglichen Burnout machen einige Firmen jetzt einen Corona-Sonderurlaub möglich – für einen Tag oder sogar eine ganze Woche!

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Keine Trennung von Beruflichem und Privatem

Burnout und andere psychische Erkrankungen sind in Deutschland statistisch der zweithäufigste Grund für Krankheitstage im Job. Was vor Corona schon so war wird sich durch das Homeoffice vermutlich nicht gebessert haben: Mittlerweile sind bei vielen Unternehmen fast 90 Prozent der Belegschaft ganz oder zumindest teilweise im Homeoffice. Viele geben an, bei der Arbeit im Homeoffice Berufliches und Privates nur schlecht voneinander trennen zu können. Die Folge: Es wird länger gearbeitet, auch außerhalb der Dienstzeiten, zum Beispiel am Wochenende.

SAP, LinkedIn und Co. als Vorreiter

Deshalb haben sich große Unternehmen wie SAP, LinkedIn und Google bereits Gedanken gemacht: Ein freier Tag als "Mental Health Day! (SAP) oder sogar eine ganze Woche "RestUp! Week" (LinkedIn) sollen die Arbeitnehmer entlasten und aus dem Homeoffice-Trott herausholen. Die komplette Belegschaft von Linkedin (weltweit immerhin rund 15.900 Angestellte) hat beispielsweise die Woche nach Ostern frei, um sich um seine mentale Gesundheit zu kümmern. Der Betrieb wird lediglich von einem kleinen "Notfall"-Team aufrechterhalten, welches seine Ausgleichtage später nachholen darf. Google hatte zwei solcher Tage bereits 2020 durchgeführt.

Tipps für Arbeitgeber

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Burnout und andere psychische Erkrankungen sind in Deutschland statistisch der zweithäufigste Grund für Krankheitstage im Job.
© imago images/Panthermedia, AntonioGuillem , via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Durchführbarkeit einer solchen Corona-Ausgleichzeit fällt großen Unternehmen natürlich deutlich leichter, stellt für kleinere, mittelständische Unternehmen, sowie Unternehmen mit laufendem Produktionsbetrieb ein größeres Problem dar. Arbeitspsychologe Alexander Spermann sieht abseits von solchen Ausgleichstagen aber eine viel wichtigere Aufgabe für alle Arbeitgeber:

"Die Manager müssen über diesen 'Mental Health Day' hinaus so führen, dass sie den Mitarbeitern auch sagen: ja am Wochenende musst du keine Mails lesen, am Abend nicht und ich antworte als Manager auch nicht darauf'. Also da ist eine neue Führung notwendig."

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