Neue Studie zeigt Risikogruppe auf

Große und schlanke Mädchen leiden später eher an Endometriose

Neue Studie zeigt: Schlanke und große Mädchen erkranken eher an Endometriose.
Neue Studie zeigt: Schlanke und große Mädchen erkranken eher an Endometriose.
© iStockphoto

11. März 2020 - 20:19 Uhr

Monatliche Qual für jede zehnte Frau

Endometriose verringert bei den Betroffenen nicht nur die Lebensqualität und verursacht heftige Schmerzen – meistens vor und während der Menstruation. Sie kann im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass Frauen unfruchtbar werden. Besonders tragisch: Viele Frauen wissen gar nicht, dass sie unter dieser Krankheit leiden und lassen sich nicht behandeln. Doch immer mehr Frauen, wie beispielsweise GNTM-Kandidatin Anna Wilken, gehen mit ihrer Krankheit jetzt an die Öffentlichkeit, um aufzuklären und zu enttabuisieren.

Weltweit sind rund 176 Millionen Frauen betroffen

Obwohl so viele Frauen betroffen sind, ist wenig über die Krankheit und den Ursachen bekannt. Eine neue Studie hat jetzt gezeigt, dass große und schlanke Mädchen im Erwachsenenalter eher von der chronischen Frauenkrankheit betroffen sind als andere Mädchen. Die Forscher erhoffen sich dadurch, dass die Krankheit in Zukunft schneller diagnostiziert werden kann.

Schockierende Bilder: So würde Endometriose aussehen, wenn es sichtbar wäre.

Studie ging von 1930 bis 1996

Um herauszukriegen, was die Risikofaktoren für die Erkrankung sind, haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des dänischen Center for Clinical Research and Prevention, 66 Jahre lang über 170.000 Frauen seit ihrer Kindheit begleitet.

Das Ergebnis: Mädchen mit einem höheren BMI im Kindesalter haben ein geringeres Risiko an Endometriose zu erkranken als Mädchen, die groß und schlank sind. Zum Beispiel fanden die Forscher heraus, dass bei einem Unterschied von 2,3 Kilo - bei zwei siebenjährigen Mädchen - das leichtere Mädchen ein 8 Prozent höheres Endometriose-Risiko hatte. Eine höhere Körpergröße von ungefähr 5,2 cm führte zu einem etwa 9 Prozent höheren Risiko.

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Forscher erhoffen sich, dass die Krankheit früher diagnostiziert wird

"Ein kritisches Zeitfenster, in dem sich die Krankheit entwickelt, wird häufig übersehen und bei Frauen treten häufig diagnostische Verzögerungen von mehreren Jahren auf", sagt die leitende Forscherin Julie Aarestrup. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Risikoindikatoren in einem früheren Alter erkannt werden können, was die Diagnose beschleunigen könnte, sodass mit der Behandlung begonnen werden kann, um das Wachstum des Endometriose-Gewebes zu verlangsamen."

Schmerzen werden oft heruntergespielt

Die Forscher vermuten, dass die Endometriose mit einem erhöhten Östrogenspiegel zusammenhängt. Dieser ist dafür verantwortlich, dass Mädchen in der Pubertät überdurchschnittlich groß heranwachsen, fördert aber auch das Wachstum von Endometriumzellen, die zu Wucherungen der Schleimhäute außerhalb der Gebärmutter führen.

Die Wucherungen, auch Herde genannt, werden von Hormonen gesteuert, sind mit dem Zyklus verbunden und lösen Blutungen aus. Das Problem: Das Blut kann nicht abfließen. Dadurch entstehen Zysten, Verwachsungen, Vernarbungen und Entzündungen, die sehr starke Schmerzen auslösen können. Teilweise können sogar andere Organe gefährdet werden.