Große Anti-Terror-Übung wegen Coronavirus verschoben

Andreas Geisel (SPD), Innensenator. Foto: Fabian Sommer/dpa
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03. März 2020 - 15:30 Uhr

Eine seit langem geplante große Anti-Terror-Übung in Berlin ist wegen des Coronavirus verschoben worden. Das teilte die Senatsinnenverwaltung am Dienstag in der Bundeshauptstadt mit. Die Übung sollte am 11. März stattfinden und mit 3000 Mitwirkenden die bisher größte in Deutschland sein. Sie sollte einen Terrorangriff mitten in der Stadt simulieren und wurde seit einem Jahr vorbereitet. Unter anderem sollte sie sich vor dem Roten Rathaus nahe dem Alexanderplatz abspielen, aber auch andere Orte der Stadt einbeziehen.

Beteiligt gewesen wären Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Krankenhäuser, Verkehrsbetriebe sowie Krisenstäbe der Politik. Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) hatte vor einem Jahr angekündigt: "Wir wollen mit Blaulicht sehr groß auf die Straße gehen."

Die Senatsinnenverwaltung begründete die Verschiebung: "Damit können die Beschäftigen von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen in der jetzigen Situation ihrer regulären Arbeit nachgehen und werden nicht durch eine ganztägige Übung gebunden." Die für die Übung vorgesehenen Räume des Führungsstabes der Feuerwehr stünden nicht zur Verfügung, weil diese für die aktuelle Lage genutzt würden. Andere Krisenstäbe seien ebenfalls mit der aktuellen Situation beschäftigt.

In dem geplanten Szenario hätte es Terroranschläge an mehreren Orten mit vielen Toten gegeben. Die Spezialeinsatzkommandos der Polizei hätten schnell eingreifen müssen, um weitere Opfer zu verhindern. So hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Januar der Zeitung "taz" die Planung geschildert. In Berlin gab es zuletzt im Frühjahr 2019 in Steglitz eine größere Anti-Terror-Übung.

Quelle: DPA