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Große Angst vor der Altersarmut - Rente erst mit 70?

Politiker fordern Rentenreform

Rund 20 Millionen Rentner bekommen ab Sommer deutlich höhere Bezüge. In Westdeutschland steigt die Rente zum 1. Juli um 4,25 Prozent und im Osten um 5,95 Prozent. Es ist die höchste Rente seit 23 Jahren. Aber trotz guter Nachrichten für Rentner, wird in Berlin heftig über die Zukunft der Rente diskutiert. Zentrale Themen der Debatte sind zum einem das Eintrittsalter, sowie eine Grundsicherung im Alter. Erst kürzlich brachte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein späteres Renteneintrittsalter in Gespräch. Schäuble will die Lebensarbeitszeit an die durchschnittliche Lebenserwartung anpassen. Bisher soll das Renteneintrittsalter bis 2029 stufenweise auf 67 steigen. Er warnte zudem vor einer Kostenexplosion bei der Altersvorsoge. Auch der Pflegebereich mache ihm Sorge.

Unterstützt wird Schäuble von der Jungen Union, die eine schrittweise des Renteneintrittsalters von 67 auf 70 Jahre fordert.

Koalitionspartner SPD, scheint das Thema ebenfalls für den Wahlkampf entdeckt zu haben. Parteichef und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel fordert eine Mindestrente, damit will er gegen Altersarmut vorgehen. Außerdem forderte eine politische Debatte über die gesetzliche Rente. Wenn es nach Gabriel geht, müsse diese wieder in Mittelpunkt stehen. Die Finanzkrise 2008 habe gezeigt, dass die gesetzliche Krankenversicherung, das sicherste Umlagesystem sei. Er kündigte an, dass die Koalition werde die Aufwertung kleiner Renten und eine Novelle zu Betriebsrenten auf den Weg bringen. Ein Absenken des Rentenniveaus auf 40 bis 42 Prozent des letzten Bruttogehalts würde keiner mehr akzeptieren.

Ratlosigkeit bei Generation Y

Eine der Grundversorgung ähnliche Absicherung fordert FDP-Chef Christian Lindner, er wünscht sich eine Sozialhilfe für Menschen mit kleiner Rente. Während das Thema in der Politik angekommen zu sein scheint, interessiert es junge Leuten Menschen allem Anschein nach nicht. Nur 35 Prozent aller jungen Leute sparen laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS-Infratest regelmäßig für ihre Altersversorgung. 2010 waren es noch 38 Prozent. Die junge Generation wolle das Leben zunächst genießen und lege auch deswegen weniger Geld für das Alter zurück, so die Studienautoren um den Jugendforscher Klaus Hurrelmann.

Experten, wie der Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen raten jedoch, sich möglichst früh mit dem Thema Rente zu beschäftigen, so würden zum Beispiel Verbraucherzentralen gute Beratungsangebote anbieten.

Er empfiehlt sich zusätzlich zur gesetzlichen Rente, mit einer Riesterrente abzusichern. Da es dort gute Verträge und eine ordentlich stattliche Förderung gäbe.

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