Großbritannien will Rauchen im Auto verbieten

08. Oktober 2015 - 11:05 Uhr

Wenn Kinder an Bord sind, muss die Zigarette aus bleiben

In Pubs, öffentlichen Gebäuden und Restaurants ist das Rauchen bereits verboten. Jetzt will Großbritannien die Zigarette auch aus dem Auto verbannen – zumindest dann, wenn Minderjährige mitfahren. Weder der Fahrer noch andere Insassen dürfen ab dem 1. Oktober rauchend im Auto sitzen, wenn einer der Mitfahrer unter 18 Jahren ist. Das berichtete die 'Süddeutsche Zeitung'.

Großbritannien will Rauchen im Auto verbieten
Großbritannien will Rauchen im Auto verbieten.
© picture alliance / AltoPress / M, Sandro Di Carlo Darsa

Bei Verstößen gegen das neue Gesetz droht ein Bußgeld von umgerechnet rund 85 Euro. Das Rauchverbot gilt auch dann, wenn Fenster, Türen oder das Schiebedach geöffnet sind. Lediglich Cabrios sind von dem Gesetz ausgenommen.

Der britische Gesetzgeber hat mehrere Studien zum Anlass genommen, das Rauchverbot im Auto zu erlassen. Kinder und Jugendliche sind durch Passivrauchen besonders gefährdet und in einem Raucherauto sei die Feinstaubbelastung sehr hoch. Forscher der Universität Aberdeen haben Belastungen von durchschnittlich 85 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Spitzenwerte lagen bei 440 Mikrogramm. Auch durch das Öffnen eines Fensters lässt sich die Schadstoffkonzentration im Innenraum kaum reduzieren, schrieb die Zeitung.

Diese Werte übersteigen die Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei weitem. Die Gesundheitsexperten empfehlen, sich maximal einem Wert von 25 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter auszusetzen. Ein Auto, in dem nicht geraucht wird, ist gerade mal mit 7,4 Mikrogramm belastet, so die 'Süddeutsche'. In Frankreich und Griechenland gibt es bereits ähnliche Verbote. Auch in Deutschland war eine solche Regelung im Gespräch, bislang ohne Ergebnis.