Großbritannien will härtere Strafen für Einwanderer

26. August 2015 - 10:13 Uhr

Wer illegal ins Land kommt, muss mit Haft rechnen

Großbritannien will nach den Worten von Migrations-Staatssekretär James Brokenshire künftig mit noch härterer Hand illegale Zuwanderung bekämpfen. Einwanderern, die ohne Aufenthaltserlaubnis in Großbritannien arbeiten, drohen künftig Gefängnisstrafen von bis zu sechs Monaten, heißt es in einem Gesetzentwurf. Für welche Vergehen genau diese Strafen verhängt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.

Großbritannien will illegale Einwanderer härter bestrafen
Großbritannien plant härtere Strafen, um illegale Einwanderer abzuschrecken. Motivbild
© REUTERS, REGIS DUVIGNAU

"Wenn ihr illegal hier seid, dann werden wir Euch daran hindern, zu arbeiten, eine Wohnung zu mieten, ein Bankkonto zu eröffnen und ein Auto zu fahren", sagte Brokenshire. Arbeitgebern, die illegale Zuwanderer beschäftigen, drohte er mit Schließung ihrer Läden.

Für die konservative Regierung von Premierminister David Cameron ist Migration ein heißes politisches Eisen. Cameron hat versprochen, die Zuwanderung einzudämmen und damit versucht, auch der rechtspopulistischen UKIP Wähler abzuringen. Zunächst richtete er den Fokus auf EU-Zuwanderer, inzwischen auf illegale Migranten.

Nach der Sommerpause will die britische Regierung über ein neues Einwanderungsgesetz beraten. Sie steht zurzeit massiv unter Druck, weil täglich hunderte Flüchtlinge versuchen durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen.

Auch eine mit einer neuen Einsatzzentrale am Ärmelkanaltunnel versuchen die Behörden die Lage in den Griff zu bekommen. Die Dienststelle wird von einem britischen und einem französischen Beamten geleitet. Großbritannien stellt zudem Videoüberwachung und Bewegungsmelder zum Schutz des Zugterminals bereit. In Calais sammeln sich seit Jahren Migranten, die in der Hoffnung auf bessere Asyl- und Arbeitsbedingungen nach Großbritannien wollen.