Großbritannien: Rauchen im Auto mit Kindern ab jetzt verboten

01. Oktober 2015 - 20:01 Uhr

Regelung seit 1. Oktober in Kraft

Ab heute darf in Großbritannien in einem Auto dann nicht mehr geraucht werden, wenn einer der Beifahrer unter 18 Jahre alt ist. Verstöße werden mit einem Bußgeld von umgerechnet 85 Euro bestraft. Ob bei geöffneten Fenstern oder offenem Schiebedach gequalmt wird, macht dabei keinen Unterschied. Ausgenommen von der Regelung sind Cabrios.

Großbritannien: Rauchen im Auto mit Kindern ab jetzt verboten
Passivrauchen ist vor allem für Kinder und Jugendliche gefährlich.
© picture alliance / AltoPress / M, Sandro Di Carlo Darsa

"Oft wird ja argumentiert, man greife zu tief in die Freiheitsrechte der Eltern ein", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. "Hier geht es aber darum, dass Kinder dauerhaft geschädigt werden, weil die Rauchkonzentration im Auto um ein Vielfaches höher ist als im Freien". Sie forderte, dass ein entsprechendes Verbot auch in Deutschland gelten solle.

Unterstützung erhält die Politikerin von Krebsspezialisten und Ärzten. "Die Belastung in einem Auto kann man gut vergleichen: Nur eine einzige Zigarette hat dieselbe Belastung, wie wenn man einen Tag lang auf der dicht befahrendsten Straße in Berlin stehen würde", sagte Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Das Passivrauchen in einem derartig engen Raum könnte dem Wachstum von Kindern und Jugendlichen nachhaltig schaden. "Selbst wenn Fenster oder Schiebedach geöffnet werden, ist die Gefahr für Kinder und Jugendliche immens", so Fegeler. Auch bei geöffnetem Fenster könnten im Auto ähnliche Werte wie in einer Raucherkneipe gemessen werden, resümierte die Krebsexpertin Martina Pötschke-Langer in einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Grundlage des Verbots sind Studien, denen zufolge Passivrauchen vor allem für Kinder und Jugendliche gefährlich ist. Sie atmen schneller, ihr Immunsystem und ihre Organe befinden sich noch in der Entwicklung.