Sa | 29.09. | 13:00

Großbritannien-GP: Lewis Hamilton gewinnt Wimpernschlag-Duell um die Silverstone-Pole

NORTHAMPTON, ENGLAND - JULY 07: Lewis Hamilton of Great Britain driving the (44) Mercedes AMG Petronas F1 Team Mercedes WO9 on track during qualifying for the Formula One Grand Prix of Great Britain at Silverstone on July 7, 2018 in Northampton, Engl
Hammer-Time im "Home of British Motorracing": Lewis Hamilton auf dem Weg zur Pole Position. © Getty Images, Bongarts, wt

Hammer-Time im "Home of British Motor Racing"

Formel-1-Superstar Lewis Hamilton schüttelte ungläubig den Kopf, bevor er aus seinem Mercedes-Silberpfeil kletterte und Freudensprünge vor den britischen Fans in Silverstone vollführte: In einem Millimeter-Duell hatte der Weltmeister kurz zuvor Ferrari-Pilot Sebastian Vettel die Pole Position bei seinem Heim-Grand-Prix im "Home of British Motor Racing" entrissen.

Kimi Räikkönen lässt Hamilton nochmal zittern

Nach dem ersten Schlagabtausch in Q3 beim Großen Preis von Großbritannien war Vettel noch der Schnellste gewesen. Doch als es im zweiten und letzten Versuch drauf ankam, war Hamilton 44 Tausendstel schneller als sein schärfster WM-Rivale. Trotzdem musste der Brite noch einmal zittern, denn Kimi Räikkönen lag im zweiten Ferrari auf Bestzeitkurs. Am Ende reichte es aber nur zu Platz 3 für den Finnen - 98 Tausendstel hinter Hamilton.

Zum sechsten Mal holte sich Hamilton die Pole Position bei seinem Heimspiel - doch so eng war es noch nie. "Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Es war so knapp. Die Ferrari haben etwas herausgehauen, und ich habe nur gebetet, dass ich es für euch schaffen kann", rief Hamilton mit Tränen in den Augen den Zuschauern zu: "Diese Leute sind die besten. Ohne euch hätte ich das nicht geschafft."

Sebastian Vettel für das Rennen zuversichtlich

Vettel war trotz Platz 2 nicht unglücklich. "Heute Morgen war für mich nicht klar, ob ich überhaupt fahren kann", sagte Vettel. Wegen Nackenschmerzen hatte der Ferrari-Pilot das 3. Freie Training nach nur acht Runden vorzeitig beendet. Für das Rennen gab Vettel jedoch Entwarnung und verbreitete Zuversicht: "Platz zwei gibt uns für morgen eine gute Chance." 

Zumal die Ferrari in den Freien Trainings im Renntrimm schneller waren als Mercedes. Das nährt bei Vettel und seinem Team die Hoffnung, am Sonntag die Silberpfeil-Serie in Silverstone zu beenden. Seit 2013 gewann dort nur Mercedes. Red Bull und Max Verstappen, Sieger am vergangenen Wochenende in Spielberg, dürften dagegen nur Erfolgschancen haben, wenn Ferrari und Mercedes patzen.

Spielberg-Sieger Max Verstappen chancenlos

Im Qualifying fehlten Verstappen als Fünftem bereits sieben Zehntel auf die Spitze. Eine weitere halbe Sekunde dahinter reihte sich Daniel Ricciardo auf Rang 6 ein. Während Sauber-Rookie Charles Leclerc als Neunter hinter den beiden Haas von Romain Grosjean und Kevin Magnussen glänzte, verpasste Nico Hülkenberg im Renault als Elfter die Top 10.

"Es hätte auch schlimmer ins Auge gehen können", sagte Hülkenberg mit dem Wissen, dass sein Stallgefährte Carlos Sainz als 16. bereits in Q1 ausgeschieden war. Mit seinem Startplatz war Hülkenberg deshalb am Ende doch zufrieden: "Platz 11 gibt uns Flexibilität für morgen, da wir die Wahl zwischen allen drei Reifen haben."

Beide Williams beim Heimspiel im Kiesbett

Wie schon im 3. Freien Training gab es zu Beginn des Qualifyings Rote Flaggen. Dieses Mal war es Williams-Pilot Lance Stroll, dessen Auto nach einem Abflug geborgen werden musste. Im Vergleich zu Brendon Hartleys Crash in Session 3 war der Ausritt von Stroll jedoch Kindergeburtstag. Hartley war am Ende einer Hochgeschwindigkeitsgeraden beim Anbremsen vor einer Kurve die linke Vorderradaufhängung an seinem Toro Rosso gebrochen. Der Bolide raste geradeaus, hob an den Curbs ab und schlug fast ungebremst in die Streckenbegrenzung ein.

Glücklicherweise blieb Hartley bei dem Horror-Unfall unverletzt. Am Qualifying konnte er jedoch nicht teilnehmen, weil sein völlig zerstörter Dienstwagen bis zum Beginn der Zeitenjagd nicht rechtzeitig repariert war. So musste Hartley zuschauen, wie ebenfalls noch in Q1 der zweite Williams-Pilot, Sergey Sirotkin, sein Auto ins Kiesbett setzte und Teamkollege Pierre Gasly auf Startplatz 14 fuhr.

Das Ergebnis des Qualifyings im Überblick

Das Qualifying zum Nachlesen im Ticker

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