007-Nachwuchs in Großbritannien

Geheimdienst will Teenies als Digitalexperten

Daniel Craig ist der sechste Schauspieler, der den britischen Geheimagenten James Bond spielt.
© dpa, Jens Kalaene

24. Februar 2020 - 12:44 Uhr

Britischer Geheimdienst MI6 senkt Mindestalter

Beim MI6 arbeiten nur die Besten – die in zahlreichen Bond-Filmen gelebte Devise des Briten-Geheimdienstes gilt auch im Jahr 2020. Bekämpft werden aber nicht mehr (nur) Schurken, die die Welt vernichten wollen: Die digitale Welt stellt den Secret Intelligence Service (SIS, auch MI6 genannt) vor ganz neue Herausforderungen. Um die "besten Talente" aus allen sozialen Schichten anzuwerben, senkt der SIS jetzt das Mindestbeschäftigungsalter von 21 auf 18 Jahre.

Ein bisschen Bond-Feeling ist immer noch drin

Schulabgänger können sich mit 18 Jahren um Stellen in Bereichen wie Technik, Handel und Finanzen bewerben, berichtet der "Evening Standard". Klingt erst mal nicht so bondmäßig, aber: Später könnten die Nachwuchsagenten tatsächlich zu Geheimdienstmitarbeitern werden, die gegen Bedrohungen durch feindliche Staaten, Terrorgruppen und kriminelle Banden kämpfen, erzählt Großbritanniens Topspion Sir Alex Younger dem Blatt. Dazu müssten sie allerdings die entsprechenden Fähigkeiten, Werte und Einstellungen beweisen.

Spionagenachwuchs im MI6-Hauptquartier

Um aus 007-Filmen überlieferte Vorurteile über die Geheimdienstarbeit zu zerstreuen, lud der SIS 30 Londoner Jugendliche ins Hauptquartier in Vauxhall Cross ein. Spionage müsse sich rasch an die technologische Revolution anpassen, erklärte Sir Alex dabei den 14- bis 19-Jährigen. "Ihre Generation ist der Schlüssel", sagte der auch als "C" bekannte Spion. Jüngere Generationen würden neue Technologien regelrecht "leben", deshalb sei ihr Engagement für den Geheimdienst so wichtig.

Und die berüchtigte "Lizenz zum Töten"? Die gibt's für die Nachwuchskräfte nicht. "Wir werden hart arbeiten, um schlimme Dinge zu verhindern. Und wir werden stark sein", versicherte Sir Alex.