Britin Gemma W. zu acht Jahren Haft verurteilt

Frau verkleidet sich als Junge, um Mädchen zu missbrauchen

© Reuters, Met Police

17. Januar 2020 - 10:57 Uhr

Gemma W. schrieb ihre Opfer übers Internet an

In Großbritannien ist eine junge Frau wegen sexuellen Missbrauchs zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Gemma W. hatte sich als Junge im Teenageralter ausgegeben, um sich an minderjährige Mädchen heranzumachen. Unter dem Namen "Jake" schrieb die 21-Jährige Mädchen über Snapchat und Instagram an. Die Polizei geht davon aus, dass Gemma W. auf diese Weise 20 bis 50 Mädchen missbraucht haben könnte.

Vor den Mädchen gab sich Gemma W. als „Jake“ aus

Die junge Frau aus Enfield in Norden von London band sich die langen Haare zusammen, trug eine Kappe und Baggy-Hosen, wenn sie sich mit ihren Opfern traf. Die Verkleidung war offenbar so gut, dass Gemma sogar teilweise die Eltern ihrer Opfer täuschte. Wenn sie auf ihre Brüste angesprochen wurde, gab sie an, früher mal übergewichtig gewesen zu sein.

W. soll zuerst mit den Mädchen hin- und hergeschrieben haben, um ihr Vertrauen zu gewinnen. "Dann ging sie weiter zu körperlichen Beziehungen, in denen sie ein Netz aus Lügen und Betrug sponn", erklärte ein Polizeisprecher. So habe sie sich die Möglichkeit verschafft, Mädchen zu missbrauchen. Dabei nutzte sie offenbar die Unerfahrenheit und die Verliebtheit ihrer Opfer aus.

Für manche Mädchen war es die erste Beziehung überhaupt

Gemma W. wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt
Gemma W., die nördlich von London lebt, wurde wegen sexuellen Missbrauchs zu acht Jahren Haft verurteilt.
© Reuters

Die Opfer dachten, sie hätten eine Beziehung mit einem Jungen, der mehr oder weniger in ihrem Alter sei. Laut Polizei gab Gemma W. ihr Alter den Mädchen gegenüber mit 15 bis 17 Jahren an. Für einige der Mädchen war es die erste Beziehung überhaupt. Ein Mädchen sei "schockiert und angeekelt" gewesen, als es von der Polizei über die wahre Identität ihres vermeintlichen Freundes aufgeklärt wurde. Das jüngste Opfer war laut Polizei 13 Jahre alt.

Die Sache flog auf, als eins der Mädchen ärztlich behandelt werden musste. Der Arzt meldete bei der Polizei, dass seine junge Patientin von einem Jungen missbraucht wurde. Nach und nach kam die Polizei Gemma W. dann auf die Spur.

Gemma W. bezeichnete ihre Missbrauchstaten als „Spiel“

Sieben Opfer wurden laut britischen Medien identifiziert, nicht alle wollten aussagen. Vor Gericht gestand die 21-jährige Gemma W. dann, sich mit vier Minderjährigen getroffen und die Mädchen teilweise missbraucht zu haben. Für sie sei das Ganze "ein Spiel" gewesen. Nachdem der Fall jetzt öffentlich gemacht wurde, glauben die Ermittler aber, dass sich noch weitere Opfer melden könnten.

Die britische Polizei betonte angesichts des Falls, wie wichtig es sei, Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt im Internet zu schützen. "Wir ermutigen Eltern und Lehrer, keine Scheu davor zu haben, mit Kindern über ihre Online-Aktivitäten zu sprechen", hieß es in einer Presseerklärung. Wie Sie Kinder vor sexuellem Missbrauch im Internet schützen können, erklären wir hier.