Zurück im Heimathafen

Größtes deutsches Marineschiff kehrt von NATO-Mission zurück

Versorgungsschiff «Berlin» von Nato-Mission zurückgekehrt
© dpa, Sina Schuldt, ssd lop

17. September 2020 - 16:14 Uhr

180 Soldatinnen und Soldaten sind wieder zuhause

Mit Musik von der Blaskapelle, einem lauten Schiffshupen und Jubel von Schaulustigen am Hafen, fährt das größte Schiff der deutschen Marine in Wilhelmshaven ein. An Bord stehen 180 Soldaten, den Blick Richtung Ufer gerichtet. Denn dort waren sie seit 169 Tagen nicht mehr, also ein knappes halbes Jahr. Die Mission des Einsatzgruppenversorgers "Berlin" war die längste Fahrt der deutschen Marine ohne Landgang, ein Rekord. Eine Frau trägt rote Herzluftballons in der Hand. Kinder haben rote Herzen auf Pappschilder gemalt. Die Aufschrift "Papa" zeigt, wen sie sehnsüchtig erwarten.

"Sie haben einen hervorragenden Einsatz geleistet"

So ertönt es von Bord des Schiffes. Die Soldatinnen und Soldaten der deutschen Marine sind Teil eines NATO-Bereitschaftsverbandes. Und als solcher waren sie ein halbes Jahr auf dem Mittelmeer zur Seeraumüberwachung unterwegs. "Die Aufgabe war es, ein Seegebiet in der Ägäis zu überwachen. Ich sag mal grob, zwischen Lesbos und dem türkischen Festland, und Chios und dem türkischen Festland. Das war unser Auftrag dort. Und darauf zu achten, wie und ob es Flüchtlingsbewegungen gibt und Schleppermachenschaften zu behindern und gegebenenfalls sogar zu unterbinden", erzählt Kommandant Stefan Klatt. Bei ihrem Einsatz arbeitete die "Berlin" eng mit der türkischen und griechischen Grenzschutzagentur Frontex zusammen.

"Wir haben jetzt alle etwas Bedenken, ob wir uns richtig verhalten"

Zum Schutz vor Corona sind die Soldatinnen und Soldaten an Bord geblieben. Angelegt haben sie lediglich in Souda Bay der griechischen Insel Kreta. Einen Fuß aufs Festland haben sie dabei nicht gesetzt, lediglich Lebensmittel an Bord geholt, berichtet Kommandant Stefan Klatt. "Wir waren natürlich hier in der Gruppe. Das nimmt dann familiäre Ausmaße an am Ende." Denn die einzigen persönlichen Kontakte waren in diesem halben Jahr die Kameraden. Jetzt ist er gespannt, wie das Leben an Land wird.

Quelle: DPA/RTL.de