"Größter Kampf der britischen Geschichte": Tyson Fury kündigt Comeback an und fordert Anthony Joshua

FILE PHOTO - Boxing - Wladimir Klitschko v Tyson Fury WBA, IBF & WBO Heavyweight Title's - Esprit Arena, Dusseldorf, Germany - 28/11/15Tyson Fury celebrates winning the fightAction Images via Reuters / Lee SmithLivepic/File Photo
Tyson Fury gilt bei Box-Puristen noch immer als legitimer Schwergewichts-Champion © REUTERS, © Reuters Staff / Reuters, sw /TW

Duell der ungeschlagenen Box-Weltmeister

Paukenschlag im Schwergewicht: Tyson Fury hat angekündigt, in den Ring zurückzukehren, um mit WBA/IBF-Weltmeister Anthony Joshua in einem Duell der Klitschko-Bezwinger den wahren Meister aller Klassen zu ermitteln. "'AJ' gegen Fury ist auf dem Weg. Größer kann's nicht werden: Zwei ungeschlagene Schwergewichtler, beide größer als 1,98 Meter, beide schwerer als 110 Kilogramm. Der lineare Champion gegen den Champion mehrerer Verbände. Oh mein Gott! So etwas hat es noch nie gegeben. Das wird der größte Kampf der britischen Geschichte", keuchte der 29-Jährige in einem Facebook-Video während eines Spaziergangs.

Box-Puristen sehen Fury noch immer als Schwergewichts-Champion

Fury hatte im November 2015 Wladimir Klitschko in Düsseldorf völlig überraschend als Schwergewichts-König entthront, versank nach dem Triumph aber in einem Sumpf aus Drogen und Depressionen. Einen Revanchekampf mit Klitschko ließ der Engländer im Vorjahr gleich zweimal platzen, danach erklärte er seinen Rücktritt. Weil Fury den von Klitschko gewonnenen Schwergewichts-Titel allerdings nie im Ring verlor, gilt der 2,06-Meter-Riese unter Box-Puristen – etwa beim 'Ring Magazine' – noch immer als legitimer und 'linearer Weltmeister'. Der selbsternannte 'Gypsy King' gewann in seiner Karriere all seine 25 Kämpfe, 18 davon durch K.o.

Joshua vs. Fury wäre eine ganz große Nummer

Joshua-Promoter Eddie Hearn hatte den Mega-Fight bereits am vergangenen Wochenende nach der Titelverteidigung seines Protegés in Cardiff gegen Herausforderer Carlos Takam ins Spiel gebracht. 'The Battle of Britain' wäre zweifellos – und nicht nur auf der Insel – eine ganz große Nummer. Der Ring-Darling des 'Vereinigten Fäustereichs' gegen das Enfant Terrible des Boxsports. Der bescheidene Gentleman Joshua gegen den vulgären, verrückten Fury. Ein Duell, das sich von alleine verkaufen und die Pfund-, Dollar- und Euro-Noten in den Augen der Promoter nur so leuchten ließe.

Fury: Wie Ali gegen Foreman damals

Fury legte in einem Instagram-Post auch direkt mit der Marktschreierei los. "Der alte Champ kommt zurück, um gegen einen Mann zu kämpfen, von dem alle sagen, dass er mich k.o. schlägt. Das ist das gleiche wie damals bei Ali gegen Foreman. Der stylische Ali gegen die Mumie Foreman. Wir alle wissen, was in diesem Kampf passiert. Ich weiß, dass alle denken, ich kriege die Hosen voll. Aber ich habe keine Angst vor ein paar Muskeln. Ich habe die Mentalität eines Gewinners, der nie verloren hat. Ich bin ein wahrer Champion der zurückkehrt, um seinen Thron zurückzuerobern." 

Kampf der Giganten - Duell der Boxstile

Unschwer zu erwähnen, dass Fury den eleganten Muhammad Ali auf sich selbst, den grobschlächtigen K.o.-Schläger George Foreman dagegen auf den muskulösen Joshua bezog. Ali hatte Foreman vor 43 Jahren (am 30. Oktober 1974) im legendären 'Rumble of the Jungle' im Kongo sensationell k.o. geschlagen und sich nach siebenjähriger Verbannung zum zweiten Mal zum Schwergewichts-Champion gekrönt.

Nicht nur finanziell, auch sportlich hätte der Kampf seinen Reiz. Sowohl Fury als auch Joshua können einen Sieg über Schwergewichts-Legende Wladimir Klitschko vorweisen. Ein Faust-Gefecht zwischen dem 1,98 Meter großen K.o.-Experten Joshua (20 vorzeitige Siege in 20 Kämpfen) und dem agilen, technisch versierten 2,06 Meter langen Fury wäre überdies ein spannendes Duell zweier verschiedener Boxstile.

Fury braucht erst noch eine Lizenz

Boxing - Wladimir Klitschko v Tyson Fury WBA, IBF & WBO Heavyweight Title's - Esprit Arena, Dusseldorf, Germany - 28/11/15Tyson Fury in action against Wladimir Klitschko during the fightReuters / Kai PfaffenbachLivepic
Tyson Fury nahm Wladimir Klitschko im November 2015 sensationell dessen WM-Gürtel ab. © REUTERS, Kai Pfaffenbach

Ganz so einfach dürfte das von Fury angestrebte Comeback allerdings nicht werden. Wegen einer positiven Doping-Probe aus dem Jahr 2015 sowie eines Kokain-Befundes 2016 entzog der britische Boxverband (BBBofC) dem 29-Jährigen im vergangenen Jahr die Box-Lizenz. Jüngst baten die britischen Regelwächter Fury und sein Team aber, einen Termin für eine Anhörung vorzuschlagen. Englische Medien bewerteten den Schritt des Verbandes als grünes Licht für eine Fury-Rückkehr.

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