Grippewelle flaut ab: Ist das große Schniefen jetzt endlich vorbei?

Gesundheit! Die Grippewelle 2018 scheinen wir fast überstanden zu haben. Das vermeldet das Robert-Koch-Institut.
© iStockphoto

11. März 2018 - 13:53 Uhr

"Es war ein Rekordjahr, was die Arztbesuche betrifft"

In Deutschland hat die Grippewelle dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge ihren Höhepunkt überschritten. Nur der Norden der Republik hinkt hinterher. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern registrierten die Ärzte entgegen dem bundesweiten Trend bis zuletzt einen Anstieg der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen, sagte Susanne Glasmacher vom RKI.

Zahl der Todesfälle durch die Grippewelle steht noch nicht fest

Obwohl die Grippe-Saison noch nicht beendet ist, stellt sie schon jetzt nach den Daten des Robert Koch-Instituts vergangene Grippewellen in den Schatten. "Es war ein Rekordjahr, was die Arztbesuche betrifft", so Glasmacher. "2,7 Mal so viele Arztbesuche wie in einem vergleichbaren Zeitraum ohne Grippewelle: Das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre."

Und die "48.000 labordiagnostisch bestätigten Grippeerkrankungen auf Bundesebene in der neunten Kalenderwoche waren der höchste Wochenwert, seit es das Infektionsschutzgesetz gibt." Das Gesetz trat im Jahr 2001 in Kraft. Laut Glasmacher kann man aus den aktuellen Zahlen jedoch nicht die Schwere der Grippewelle ablesen. Dafür müsse unter anderem auch die Zahl der Todesfälle berücksichtigt werden.

Bald sind die Wartezimmer der Ärzte wieder leerer

Es habe in den vergangenen zehn Jahren mehrfach Grippewellen mit geschätzt 20.000 Todesfällen gegeben - "üblicherweise, wenn Grippevieren des Typs H3N2 dominierten". Konkrete Sterbe-Zahlen gebe es jedoch nicht, da gerade bei den Todesfällen oft kein Labortest gemacht werde. "Weil der Tod durch bakterielle Folge-Infektionen eintritt", erläuterte Glasmacher.

Wie die Grippewelle in den vergangenen Wochen über Deutschland gerollt ist, zeigen wir Ihnen im Video. Die Experten des Robert-Koch-Instituts gehen davon aus, dass die Ärzte in den kommenden Wochen weniger Grippe-Patienten behandeln müssen. "Bundesweit denken wir, dass die Trendwende stattgefunden hat", sagte Glasmacher. Die regionale Situation im Norden sei aber schwer vorherzusagen. "Möglicherweise wird die Zahl der Patienten noch einige Zeit ansteigen, es kann aber auch einige Zeit in dieser Höhe bleiben."