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"Grindel leuchtet": Anwohner erinnern an Opfer des Holocaust

Stolpersteine
Anwohner haben im Grindel-Viertel Kerzen an den Stolpersteinen abgestellt. Foto: Markus Scholz © deutsche presse agentur

Unter dem Motto "Grindel leuchtet" haben Anwohner des Hamburger Grindelviertels an die ermordeten Juden in ihrem Viertel erinnert. Zum 80. Jahrestag der Pogromnacht stellten sie Kerzen neben die Stolpersteine, die vor den Häusern auf die ehemaligen jüdischen Bewohner hinweisen. Auch in der Neustadt sollte es einen ökumenischen Rundgang zu Stolpersteinen rund um den Kleinen Michel geben. Am Joseph-Carlebach-Platz, wo früher die Bornplatz-Synagoge stand, organisierte die Jüdische Gemeinde ein "Stilles Gedenken", da der 9. November in diesem Jahr auf einen Freitag, den jüdischen Ruhetag, fällt.

"Es ist wichtig, neue Ebenen zu schaffen, auf denen Erinnerung weitergegeben werden kann", sagte der Initiator der Aktion "Grindel leuchtet", Amos Schliack. Die Stolpersteine seien eine solche Ebene, und die Aktion solle dazu dienen, Gespräche und Austausch zu ermöglichen. "Besonders freut es mich immer, wenn ich beobachte, dass Eltern diesen Abend dazu nutzen, mit ihren Kindern die Ereignisse von damals zu thematisieren", sagte Schliack. Er hoffe, dass die Aktion eines Tages von Schulklassen der benachbarten Gymnasien übernommen werde, damit Jüngere sie fortführen.

Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten Synagogen in ganz Deutschland angezündet. Auch in Hamburg wurden jüdische Einrichtungen zerstört. Nur wenige Jahre nach den Pogromen wurden Tausende Juden deportiert und umgebracht. Die Stolpersteine, die in den vergangenen Jahren unter anderem im Hamburger Grindelviertel verlegt wurden, erinnern daran.


Quelle: DPA

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