Veganerin verklagt Nachbarn, weil sie im Garten Fisch grillen

Grillen auf dem Balkon, im Garten und im Freien: Wann darf ich das?

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4. September 2019 - 16:28 Uhr

Grill-Knigge: Die Do's und Dont's beim Barbecue

Bei schönem Wetter draußen auf dem Balkon, im Garten oder im Park grillen – was gibt es Schöneres? Aber oftmals fühlen sich Nachbarn von dem Geruch und dem Rauch gestört. So verklagte beispielsweise die Veganerin Cilla C. aus dem australischen Perth ihre Nachbarn, weil sie im Garten Fisch gegrillt haben. Sie hasst den Geruch der gegrillten Tiere, wie die britische "Daily Mail" berichtet. Die Anklage blieb allerdings erfolglos. 

Doch wann und wo ist das Grillen erlaubt? Wir haben die Do's und Dont's beim Grillen zusammengefasst.

Eins steht fest: Deutsche lieben das Grillen!

Eine aktuelle Nielsen-Studie von 2019 zeigt: Die Deutschen lieben das Grillen! Demnach grillen 75 Prozent der deutschen Haushalte regelmäßig. Und auch im Winter machen die Deutschen keinen Halt vor Grill-Würstchen und Co: 5,6 Millionen grillen auch bei kalten Temperaturen.

Die Deutschen grillen hauptsächlich draußen und zu unterschiedlichen Anlässen, dabei grillen knapp 20 Millionen Haushalte als Ersatz zum täglichen Kochen. Aber was tun, wenn der Nachbar sich beschwert und die gemütliche Grill-Party crasht? Hier empfiehlt es sich, einen genauen Blick in den Mietvertrag und auf die aktuelle Rechtslage zu werfen.

Vergewissern Sie sich, was in Ihrem Mietvertrag steht

Ein "Recht aufs Grillen" gibt es nicht. Aber es gibt Ausnahmen: Sofern der Mietvertrag das Grillen auf dem Balkon nicht verbietet, ist es erlaubt. Dennoch kann das Grillen verboten werden, wenn so viel Rauch, Ruß oder dichter Qualm in die Nachbar­woh­nungen zieht, dass dadurch die Wohnbedingungen massiv verschlechtert werden. Das gilt auch bei Eigentumswohnungen mit Balkon. Auch im Garten ist die gegenseitige Rücksichtnahme gefordert.

Sollte es dennoch zu einem Rechtsstreit kommen, entscheidet letztendlich das zuständige Gericht. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, empfehlen Mietrechts­ex­perten vom Holzkohle- zum Gas- oder Elektro­grill zu wechseln, da sie weniger Rauch produ­zieren. Silke Ackermann, Fachanwältin für Mietrecht, erklärt dennoch: "Wenn im Mietvertrag oder in der Hausordnung Regelungen enthalten sind, die das Grillen verbieten, sollte ich das auf keinen Fall tun, auch nicht mit einer rauchfreieren Variante."

Grillen im Freien

Nicht alle haben das Glück und die Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden zu grillen und flüchten bei schönem Wetter in den Park oder in den Wald. Doch auch hier gelten besondere Regelungen, um der Natur nicht zu schaden. In naturgeschützten Bereichen ist das Grillen illegal, unter anderem wegen der Brandgefahr. Allein 2018 registrierte das Umweltbundesamt insgesamt 608 Waldbrände. Je nach Waldbrand-Gefahrenstufe und Bundesland kann Grillen im Wald mit sehr hohen Bußgeldern bestraft werden.

Doch es gibt Ausnahmeregelungen. In einigen Wäldern und Parks weisen Schilder auf Plätze hin, an denen das Grillen explizit erlaubt ist. Aber auch hier gilt: Sicherheit geht vor!

  • Sorgen Sie für einen sicheren Stand des Grills
  • Verwenden Sie geprüfte Grillanzünder
  • Lassen Sie den Grill nicht unbeaufsichtigt
  • Löschen Sie das Feuer bei starkem Wind, um Gefahren durch Funkenflug zu vermeiden
  • Entsorgen Sie Ihren Müll fachgerecht

Sehen Sie im Video: Tipps und Tricks für nachhaltiges Grillen

Wer Spaß am Grillen hat, der sollte sich an die Regeln halten und niemanden mit Rauch oder Geruch belästigen. Und natürlich auch immer seinen Müll wieder mitnehmen.