Gratis Essen gegen Instagram-Werbung

Griechisches Restaurant hat ganz besonderen Deal für Influencer - und wird derb enttäuscht

Frau, die Fotos von ihrem Essen für Social Media macht, Kellner an ihrer Seite
© iStockphoto, FG Trade

06. August 2020 - 15:19 Uhr

Dieses Angebot schmeckt Influencer offensichtlich gar nicht

Weil sie gute traditionell griechische Küche mit veganen Optionen anbieten, ist ein Restaurant auf Kos bei Instagram-Hipstern ganz besonders beliebt. Und die fragen natürlich immer wieder an, ob sie mal zum Gratis-Essen vorbeischauen dürfen. Gegen Erwähnung in ihren Social-Media-Kanälen, versteht sich. Doch die Restaurant-Besitzer verfolgen eine ganz spezielle Strategie im Umgang mit solchen Anfragen. Und die schmeckt den Influencern so gar nicht.

Restaurant wurde mit Angeboten überhäuft

Influencer sind ja schon so eine Sorte Mensch. Ständig halten sie ihre Gesichter vor die eigene Smartphone-Cam und überfluten mit ihren mehr oder minder interessanten Inhalten die sozialen Medien. Aber nicht nur das. Sie wollen auch gerne von Firmen und Dienstleistern alles Mögliche schön gratis haben, um ihre Follower damit zu bombardieren. Auch ein Restaurant auf der griechischen Insel Kos ist seit Jahren mit dem Phänomen beschäftigt.

Normalen Preis zahlen - und damit Menschen in Not helfen

Natürlich ist ein bisschen Werbung in den sozialen Medien nicht so verkehrt, sagten sich die Besitzer des Restaurants. Aber warum nicht gleichzeitig etwas Gutes tun? Auf Twitter und Reddit schildern sie, was ihr Angebot an Influencer ist: "Jeder Instagrammer, der uns besucht, muss den regulären Preis bezahlen, im Gegenzug spendieren wir einem Menschen in Not kostenloses Essen im gleichem Wert an." Die Erwähnung muss es dafür aber trotzdem geben – immerhin, so argumentieren die griechischen Gastronomen, poliere das auch das Image der Influencer.

Nicht ein Influencer geht auf das Angebot ein

Doch die Enttäuschung über das Verhalten der Instagrammer könnte nicht größer sein: "Niemand hat bisher akzeptiert, unser Restaurant unter diesen Bedingungen zu besuchen", beklagt sich der Twitter-Nutzer namens Mr. Boddah. "Keiner will für sein Essen bezahlen, auch wenn ich dann Menschen in Not kostenlos Essen anbiete." Es kommt für den Gastronomen sogar noch schlimmer: "Normalerweise antworten sie nicht einmal. Einige löschten sogar ihre ursprüngliche Nachricht."

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Restaurant-Besitzer hat nur noch Spott übrig

Für die unsoziale Schnorrerei von Influencern hat er deswegen nur noch Hohn und Spott übrig: "Liebe Influencer, ihr macht euch nur lächerlich, wenn ihr versucht, einen falschen kosmopolitischen Lebensstil zu kreieren, der auf Betteln basiert", schreibt er weiter. "Gewöhnt euch nicht an dieses 'Dolce Vita, denn der nächste Trend wird euch ersetzen. Die Rückkehr zur Realität wird abrupt und schmerzhaft sein!"

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