Griechische Polizei stoppt Flüchtlinge am Flughafen

26. April 2016 - 12:16 Uhr

Internationale Schleuserbanden finden immer neue Wege, Flüchtlinge illegal nach Mitteleuropa zu bringen. Die griechische Polizei entdeckte jetzt 15 Afghanen, die als Touristen getarnt mit zwei kleinen Privatflugzeugen von Griechenland nach Norditalien gebracht werden sollten. Sechs mutmaßliche Schleuser wurden festgenommen, wie das Staatsradio am Sonntag berichtete. Die Schleuser-Methode war nach Angaben der Polizei neu: Die Migranten waren vor drei Monaten illegal in Griechenland eingereist, lebten zwischenzeitlich in Athen und sollten nun - begleitet von einer "Reiseleiterin" - mit zwei kleinen Propellermaschinen nach Genua in Italien fliegen.

Die Polizei wurde auf die Gruppe aufmerksam, als sie mit vier Taxis von Athen zum kleinen Flughafen der nordgriechischen Hafenstadt Kavala fuhr, der 700 Kilometer entfernt liegt. Die Flüchtlinge und ihre Schleuser gingen nach den Worten des Polizeisprechers Athanasios Kokkalakis davon aus, dass es in und um den kleinen Flughafen von Kavala weniger Kontrollen gibt. Die Polizei nahm die angebliche Reiseleiterin, die in einem Mailänder Reisebüro arbeitet und den Trip organisiert hatte, ebenso fest wie vier Taxifahrer. Auch ein Brite, der die Flugzeuge gechartert hatte, kam in Gewahrsam.

Seit Monaten kämpft Griechenland gegen einen Strom illegaler Einwanderer aus Afrika und Asien. Allein 2010 kamen nach offiziellen Angaben 128.000 Migranten in das Land. Ziel der meisten ist Mitteleuropa. Um den Strom einzudämmen, hat Griechenland in Kooperation mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex seine Grenzkontrollen zur Türkei verstärkt. Zudem soll an einem Grenzabschnitt ein Zaun errichtet werden.