Plastikmüll im Mittelmeer - hier machen die Menschen sauber

RTL-Reporter taucht ab - und mit Plastikmüll wieder auf

16. Juli 2020 - 14:03 Uhr

Der Meeresboden sieht aus "wie eine Müllhalde"

Das Mittelmeer ist an vielen Stellen traumhaft schön, es ist eines der liebsten Reiseziele der Deutschen. Und es hat ein Problem: Dreck. Wie alle Weltmeere leidet es stark unter der Verschmutzung mit Plastikmüll. In den Küstenregionen sieht es am Grund teilweise verheerend aus. In Griechenland räumen deshalb Einheimische aber auch Touristen den Meeresboden jetzt auf. Unser Reporter Jan Heikrodt ist mit abgetaucht. Was er erlebt hat – in unserem Video.

"Wo man hinguckt - Plastikmüll“

Heikrodt
RTL-Reporter Jan Heikrodt

Die griechische Umwelt-Organisation "Aegean Rebreath" räumt regelmäßig mit freiwilligen Tauchern das Meer auf, dieses Mal auf der griechischen Ferieninsel Lefkada. Einer davon unser Reporter.

"Schon noch 20 Minuten hat man so viel Müll und Plastik gesammelt, dass man kaum noch tauchen kann. Wo man hinguckt - Plastikmüll." Man könne sich den Meeresgrund "wie eine Müllhalde vorstellen", sagt er.

Die Zahlen sind erschreckend: Obwohl das Mittelmeer nur ein Prozent des Wassers auf der Erde darstellt, finden sich dort sieben Prozent des Anteils an Mikroplastik weltweit, so die Umweltschutzorganisation WWF. Der Anteil ist fast vier Mal so hoch wie im nördlichen Pazifik, wo riesige Plastikinsel über den Ozean treiben.

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„Ich schäme mich für das was hier aus dem Wasser geholt wird“

ARCHIV - Eine Plastiktüte schwimmt über Korallen im Roten Meer in Ägypten am 01.08.2007. Die Vermüllung der Meere steht im Mittelpunkt einer am 30.05.2017 beginnenden dreitägigen Konferenz mit Vertretern der G20-Staaten in Bremen. (zu dpa "Konferenz
Plastikmüll im Meer ist ein weltweites Problem.
© dpa, Mike_Nelson, mn_sam wst htf tmk jol

Eine WWF-Studie aus 2019 ergab, dass das Problem in erster Linie "hausgemacht" ist, der Hauptanteil des Abfalls stammt aus der Türkei und Spanien. Auch Italien, Frankreich und Italien sind bekannte "Übeltäter."

Um die Menschen wachzurütteln, wird der ganze "Plastikmüllfang" von Lefkada im Hafen für 24 Stunden liegen gelassen. Als Mahnmal für Einheimische und Touristen. Viele bleiben betroffen stehen, machen Fotos. Eine Touristin sagt: "Ich schäme mich für das was hier aus dem Wasser geholt wird."

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