Weltwirtschaftsforum in Davos

Greta Thunberg vs. Donald Trump: Er spricht von Optimusmus - sie von Krise

Donald Trump bei seiner Ankunft in Davos.
© REUTERS, JONATHAN ERNST, MAT/THO

21. Januar 2020 - 14:26 Uhr

Unklar, ob sich Donald Trump und Greta Thunberg begegnen

Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos diskutieren derzeit 2.800 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft miteinander – darunter allein 53 Staats- und Regierungschefs. Die Augen werden dabei aber vor allem auf eine mögliche Begegnung gerichtet sein: Die von US-Präsident Donald Trump und Klimaaktivistin Greta Thunberg. Ob diese sich bei dem Gipfeltreffen persönlich über den Weg laufen, ist zwar unklar. Doch nach einem öffentlich auf Twitter ausgetragenen Streit und bösen Blicken beim Klimagipfel im September in New York sorgt schon die bloße Anwesenheit der beiden auf der gleichen Veranstaltung für Gesprächsstoff.

Trump: "Es ist Zeit für Optimismus und Freude"

Greta Thunberg, Umweltaktivistin und Schülerin aus Schweden, spricht beim Weltwirtschaftsforum (WEF). Das 50. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums findet vom 21. bis 24. Januar 2020 in Davos statt. Foto: Michael Probst/
Greta Thunberg wirft Spitzenpolitikern und Wirtschaftsbossen Tatenlosigkeit vor.
© dpa, Michael Probst, nwi

Trump teilte in seiner Rede zur Eröffnung des Gipfels dann auch gleich gegen Klimaaktivisten wie Greta Thunberg aus – ohne das Wort Klimawandel, das beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum im Mittelpunkt stehen soll, auch nur in den Mund zu nehmen. "Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse zurückweisen", sagte Trump. "Es ist Zeit für Optimismus und Freude, nicht für Angst und Zweifel." Immerhin erklärte er, dass sich die USA an einer Initiative beteiligen wollen, die eine Billion Bäume pflanzen will.

Greta fordert mehr Mitsprache-Recht für ihre Generation

Greta Thunberg dürften die Worte des US-Präsidenten so gar nicht gefallen haben. Wo er von Optimismus sprach, warnte sie am Morgen schon vor der offiziellen Eröffnung des Gipfels vor der Klimakrise. "Wir müssen die Krise behandeln als das was es ist: Eine Krise", sagte Thunberg bei einer Veranstaltung mit anderen jungen Klimaaktivisten aus aller Welt. Sie forderten die Mächtigen der Welt auf, ihrer Generation beim Kampf gegen den Klimawandel mehr Mitspracherecht zu geben. "Wir kämpfen alle für die Umwelt und das Klima", sagte sie. Aus "übergeordneter Perspektive betrachtet" sei allerdings bisher "im Grunde nichts getan" worden, prangerte die 17-Jährige an.

"Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an"

Nach Trumps Ansprache durfte sie noch einmal ans Rednerpult – und warf Topmanagern und Spitzenpolitikern Tatenlosigkeit vor. "Leere Worte und Versprechen" sollten den Eindruck erwecken, dass etwas für das Klima getan werde, sie brächten aber nichts gegen die Klimakrise, sagte Thunberg. "Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an", sagte sie. "Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt."