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Greta Thunberg nach Besuch bei Angela Merkel: "Jeder beschuldigt den anderen und der Teufelskreis wird nicht durchbroche

90-Minuten-Gespräch im Kanzleramt

Greta Thunberg: "Jeder beschuldigt den anderen und der Teufelskreis wird nicht durchbrochen"

"Jeder beschuldigt den anderen" Neubauer und Thunberg nach Merkel-Treffen
01:30 min
Neubauer und Thunberg nach Merkel-Treffen
"Jeder beschuldigt den anderen"

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Von Lisa-Marie Stryer

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Greta Thunberg und weitere führende Aktivistinnen der „Fridays for future“-Bewegung im Kanzleramt empfangen. Die Umweltschützerinnen äußerten klare Erwartungen an Merkel und die EU. „Jeder beschuldigt den anderen“, sagte Thunberg nach dem Treffen, so komme man aus dem Teufelskreis nie raus. Wie sie das Treffen sonst erlebt hat – im Video können Sie die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz sehen.

Gespräch über Klimakrise

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit Greta Thunberg, Luisa Neubauer sowie zwei belgischen Aktivistinnen der „Fridays for Future“-Bewegung getroffen, um über die Erderwärmung zu sprechen. Sie freue sich, dass „der Wunsch nach diesem Gespräch besteht", betonte Merkel im Vorfeld des Treffens.

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Versäumnisse bei Umweltpolitik

20.08.2020, Berlin: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg geht am Morgen in das Bundeskanzleramt. Die Bundeskanzlerin empfängt die führenden Aktivistinnen der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future im Kanzleramt zum Gespräch. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++
"Fridays for Future"-Ikone Greta Thunberg sieht EU-Ratspräsidentin Merkel in der Pflicht
nie htf, dpa, Kay Nietfeld

Doch bei dem 90-minütigen Gespräch hagelte es Kritik an der deutschen und der europäischen Umweltpolitik. Merkel, die derzeit auch EU-Ratsvorsitzende ist, müsse dafür sorgen, dass die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt werden – so die klare Botschaft der Umweltschützerinnen. „Die Klimakrise muss endlich wie jede andere ernsthafte Krise behandelt und bekämpft werden“, betonte Greta Thunberg im Anschluss an das Treffen.

Deutsches Klimaziel 2020 dank Corona-Pandemie realistischer

ARCHIV - 07.11.2017, Brandenburg, Prenzlau: Abgase kommen aus einem Auspuff eines VW Golf 2.0 TDI. (zu "Koalition will Paket gegen Diesel-Fahrverbote beschließen" vom 01.10.2018) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der CO²-Ausstoß im Verkehr stieg 2019 weiter an
ppl;cse, dpa, Patrick Pleul

Tatsächlich hinkt Deutschland den eigenen Klimaversprechen hinterher. 40 Prozent weniger CO2-Emissionen als 1990 – so lautete das deutsche Klimaziel für das Jahr 2020. Dass es jetzt wieder in greifbare Nähe rückt, liegt vor allem an der Corona-Pandemie: Weil die Menschen derzeit weniger fliegen und verreisen.

Für die Umwelt sei das zwar kurzfristig gut - aber eben nicht nachhaltig, warnen Experten. Viel entscheidender sei ein schneller Kohleausstieg und eine drastische Reduzierung der ausgestoßenen Treibhausgase.

Deren Ausstoß ging laut dem Klimabericht 2019 bundesweit im Vergleich zum Vorjahr zwar insgesamt um 6,3 Prozent zurück. Doch im Verkehrssektor stieg der CO2-Ausstoß sogar an.

Greenpeace fordert Homeoffice-Prämie

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert daher eine staatliche Homeoffice-Förderung. Denn einer Studie des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) zufolge könnte der CO2-Ausstoß im Verkehr bundesweit um bis zu 5,4 Millionen Tonnen pro Jahr sinken, wenn zwei von fünf Arbeitnehmern an zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiteten.

Friday for future: Offener Brief an alle EU-Staats- und Regierungschefs

20.08.2020, Berlin: Die Klimaaktivistinnen Greta Thunberg (M), Luisa Neubauer (l) und Anuna de Wever geben eine Pressekonferenz. Zuvor wurden die Fridays for Future Aktivisten von der Bundeskanzlerin zu einem Gespräch empfangen. Foto: Kay Nietfeld/dp
Klimaaktivistinnen schrieben Forderungskatalog an die Staats-und Regierungschefs der EU
nie lop, dpa, Kay Nietfeld

Auch Greta Thunberg und ihre Mitstreiterinnen erwarten von der Bundeskanzlerin und der EU endlich konkrete Taten statt schöner Worte. In einem offenen Brief an alle EU-Staats- und Regierungschefs forderten die Umweltschützerinnen die Länder auf:

  • nicht mehr in fossile Brennstoffe zu investieren
  • CO2-Budgets verbindlich festzulegen.

Zwei Jahre "Fridays for future"-Bewegung

22.03.2019, Schweden, Stockholm: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hält während ihres Schulstreiks vor dem Reichstag ihr Schild mit der Aufschrift «Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik fürs Klima) in die Höhe. (zu dpa "Globale Aufmerksa
Greta Thunberg
trs nic hpl, dpa, Steffen Trumpf

Angesichts der Corona-Pandemie war es zuletzt ruhig um die weltweite Klimaschutz-Bewegung „Fridays for future“ geworden. Deren Siegeszug hatte heute vor genau zwei Jahren begonnen: Da hatte die heute 17-jährige Thunberg zum ersten Mal mit einem Plakat vor dem Reichstag in Stockholm gesessen.

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Politiker-Interviews im "Frühstart"

In der Interview-Reihe "Frühstart" treffen wir täglich spannende Gesprächspartner aus der Politik. In unserer Videoplaylist können Sie sich die Video-Interviews ansehen.

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