Greta Thunberg auf dem Weg nach Madrid

Darum geht es bei der UN-Klimakonferenz

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2. Dezember 2019 - 23:21 Uhr

Für Greta Thunberg geht es nach der Atlantik-Überfahrt sofort weiter

Nach fast drei Wochen auf dem Atlantik hat Greta Thunberg es fast geschafft. "Unser letzter Tag auf See", twitterte die 16-jährige Klimaaktivistin. "Wir erwarten, dass wir morgen früh irgendwann zwischen 8 und 10 Uhr am Santo Almaro Dock in Lissabon ankommen". Es ist bereits die zweite Atlantiküberquerung für Greta innerhalb von zwei Monaten. Eigentlich würde man der 16-Jährigen nach der strapaziösen Überfahrt dann ein paar Tage Ruhe gönnen, doch für Greta geht es wahrscheinlich direkt weiter. Denn die UN-Klimakonferenz ist bereits in vollem Gange.

Greta will zur Großdemo nach Madrid

Ganz pünktlich schafft die Jugendliche aus Schweden es damit nicht mehr. Der Gipfel startete schon am Montag. Greta kommt erst am Dienstag in der portugiesischen Hauptstadt an und muss dann noch nach Spanien weiter. Wie genau sie von Lissabon aus weiterreist, hat sie noch nicht bekanntgegeben.

Nach der Ankunft erwartet Greta ein volles Programm. Sie wird von Bürgermeister Fernando Medina empfangen und will eine Pressekonferenz geben. Dann muss sie nach Madrid weiter. Am Freitag (6. Dezember) ist dort eine Großdemo geplant, an der die 16-jährige Klimaaktivistin teilnehmen möchte. Am Freitag zuvor hielt Greta noch ganz alleine auf dem Atlantik ihr bekanntes Schulstreik-Plakat für ein Twitterfoto in die Kamera.

Alle Staaten sollen Klimaschutzpläne vorlegen

25. UN-Klimakonferenz in Madrid
Teilnehmer der UN-Klimakonferenz posieren zum Gruppenfoto in Madrid.
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Der Klimagipfel in Madrid geht noch mindestens bis zum 13. Dezember. 196 Staaten und die EU verhandeln in der Zeit darüber, wie das Pariser Klimaabkommen verwirklicht und die Erderwärmung eingedämmt werden kann. Greta, sowie viele andere Aktivisten und Demonstranten wollen den Teilnehmern dabei genau auf die Finger schauen.

Die Zeit drängt. "Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich", sagte Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. Vor allem die Länder mit dem größten Treibhausgas-Ausstoß müssten mehr tun. Trotz gegenteiliger Versprechen sei während der vergangenen zehn Jahre der Ausstoß von Treibhausgasen jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen.

Bis 2020 sollen alle Staaten ehrgeizigere Pläne zur Reduzierung ihres Treibhausgas-Ausstoßes vorlegen. Auf dem Gipfel in Madrid soll dafür Druck gemacht und die notwendige Unterstützung aufgebaut werden. Die bisherigen Klimaschutzpläne reichen bei Weitem nicht, um die Erderwärmung wie 2015 in Paris vereinbart auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Geht es weiter wie bisher, könnten es bis Ende des Jahrhunderts stattdessen im Mittel knapp 4 Grad wärmer sein.

Klimakonferenz wurde von Chile nach Spanien verlegt

Klimaaktivistin Greta Thunberg
Die Klimaaktivistin Greta Thunberg segelte über den Atlantik zurück nach Europa, um es pünktlich nach Madrid zu schaffen.
© dpa, Rob Ostermaier, mka fgj cul

Eigentlich war die Klimaaktivistin dafür extra nach Amerika gesegelt. Denn der Gipfel hätte ursprünglich in Chile stattfinden sollen. Wegen der Unruhen rund um die regierungskritischen Proteste dort wurde die Konferenz aber kurzfristig verlegt und Spanien sprang als Gastgeber ein.

Greta musste darum wieder zurück nach Europa. Wegen der hohen CO2-Emissionen von Flugreisen verzichtet sie aufs Fliegen. Ein australisches Paar bot der Klimaaktivistin eine Mitfahrgelegenheit auf dem Katamaran "La Vagabonde" an. Auf der Hinfahrt hatten sie der norddeutsche Segelprofi Boris Herrmann und sein Co-Skipper Pierre Casiraghi mit einer Hochsee-Rennjacht in nur 14 Tagen über den Ozean gebracht.

Wie Greta Thunberg von der Schulschwänzerin zum Gesicht der globalen Klimabewegung wurde, zeigt unsere TVNOW-Doku "Greta Thunberg - wie eine 16-Jährige die Welt verändert".