Greenpeace: Steine vor Sylt versenkt

02. August 2011 - 20:03 Uhr

Greenpeace versenkt Felsen vor Sylter Außenriff

Aktivisten der Umweltorganisation haben erneut schwere Felsbrocken vor dem Sylter Außenriff im Meer versenkt. Zuvor hatte Greenpeace in Hamburg mitgeteilt, die schweren Steine sollten die Schleppnetzfischerei und den Sand- und Kiesabbau in dem Meeresschutzgebiet behindern. Zudem rief die Organisation die Bundesregierung dazu auf, das zu den NATURA-Schutzgebieten der EU gehörende Riff mit den entsprechenden Maßnahmen zu schützen. Seit 2008 hat Greenpeace westlich der Nordseeinsel Sylt schon 320 Felsen im Meer versenkt.

Greenpeace: Steine ins Meer geworfen
Greenpeace-Aktivisten versenken Steine in der Nordsee. Damit will die Organisation die Bundesregierung aufrufen, das Sylter Außenriff zu schützen.
© dpa, Fred Dott Greenpeace

Dabei hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erst kürzlich den Rechtsstreit um das Verbot der Aktion 2008 durch die Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nord zurück an das Verwaltungsgericht Schleswig verwiesen. Die WSD Nord wollte prüfen, welche Aktionen Greenpeace aktuell durchführt und dann das eigene weitere Vorgehen prüfen. "Wir gehen aber davon aus, dass die Greenpeace-Aktivität rechtswidrig ist", sagte ein Sprecher der WSD Nord.

Kritik aus Politik und von Fischern

Kritik an der wiederholten Aktion kam vor allem aus der Politik und von Fischern. Ein Sprecher der WSD Nord sprach sogar davon, dass die Greenpeace-Aktivitäten rechtswidrig seien. Ähnliche Stimmen kamen auch aus dem Landesfischereiministerium: "Aus unserer Sicht ist die Aktion ein klarer Rechtsverstoß", sagte Sprecher Christian Seyfert.

Auch der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) verurteilte die Aktion, obwohl er die Motive der Umweltschützer für ehrenwert hält. Der parlamentarische Geschäftsführer der SSW-Landtagsfraktion, Lars Harms hält demnach die "eigenmächtige Versenkung von tonnenschweren Felsblöcken" für wenig akzeptabel. CDU-Bundestagsabgeordneter Ingbert Liebing, verurteilte die Aktion scharf. "Bisher reichen die Schutzmaßnahmen zwar nicht aus, dennoch kann es in unserem Rechtsstaat nicht angehen, seine Interessen quasi durch Selbstjustiz durchzusetzen."

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