"Ende Gelände" legt Verkehr vor SPD-Zentrale lahm

Greenpeace steigt CDU aufs Dach: Kohle-Proteste in Berlin

Schwarz wie die Kohle: Die CDU-Parteizentrale umhüllt mit schwarzem Stoff. Foto: Christophe Gateau/dpa
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01. Juli 2020 - 13:02 Uhr

Berlin: Proteste vor Parteizentralen von CDU und SPD

Am Freitag soll in Bundestag und Bundesrat der geplante Kohleausstieg bis spätestens 2038 beschlossen werden. Viel zu spät, protestieren Umweltschützer schon lange und haben am Mittwoch ihrer Gegenwehr an den Parteizentralen der Großen Koalition – bei CDU und SPD – Ausdruck verliehen. Eine Gruppe von Greenpeace kletterte am Mittwochmorgen auf das Dach des CDU-Gebäudes und verhüllte die Fassade mit schwarzem Stoff. Aktivisten von Ende Gelände und Extinction Rebellion demonstrierten vor der SPD-Zentrale, einige saßen auf den Straßen vor dem Gebäude.

Greenpeace fordert: #KeinGeldFürGestern

Die Demonstranten an der SPD-Zentrale forderten die Partei auf, das Kohlegesetz zu stoppen und am Freitag dagegen zu stimmen. Das Kohleausstiegsgesetz verdiene seinen Namen nicht, "weil es nicht für einen schnellen Kohleausstieg sorgt, sondern 18 weitere Jahre diese tote Industrie mitschleppt und am Ende diese zerstörerische Industrie auch noch mit Staatsgeldern entschädigt", kritisierte die Sprecherin von Ende Gelände, Ronja Weil. Nach ihren Angaben beteiligten sich rund 200 Menschen an der Protestaktion vor der SPD-Zentrale.

Das geplante Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung sei eine "Farce", kommentierte eine Greenpeace-Sprecherin am Mittwoch. In einer Mitteilung der Umweltorganisation hieß es, das geplante Gesetz berücksichtige einseitig Industrieinteressen. Die Fassade der CDU-Parteizentrale sei aus Protest dagegen mit insgesamt rund 3.000 Quadratmetern schwarzem Stoff verhängt worden. Auf einem Banner hieß es neben dem Porträt Peter Altmaiers: "CDU: Dunkle Geschäfte mit der Kohleindustrie! #KeinGeldFürGestern".

Proteste auch in weiteren deutschen Städten

Ein Sprecher der CDU sagte am Vormittag: "Die Höhenrettung der Berliner Polizei hat die Damen und Herren von Greenpeace angewiesen, aus Sicherheitsgründen das Glasdach der Bundesgeschäftsstelle der CDU zu räumen. Demonstrationen sind aus Sicht der CDU legitim. Aber Sicherheit geht vor."

Auch in weiteren deutschen Städten demonstrierten Umweltaktivisten am Mittwoch gegen das Kohleausstiegsgesetz. Etwa in Hamburg, Göttingen und anderen Orten in Niedersachsen besetzten Aktivisten von Extinction Rebellion SPD-Parteizentralen.


Quelle: DPA/RTL.de

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