Grausige Entdeckungen im Haus des mutmaßlichen Kindermörders Silvio S.

Silvio S. vor dem Landgericht Potsdam.
© dpa, Bernd Settnik

26. Juli 2016 - 20:07 Uhr

"Er hat sich schon ziemlich lange mit dem Thema beschäftigt"

Ein weiterer Verhandlungstag vor dem Landgericht Potsdam im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4). Nachdem am Tag zuvor Mohameds Mutter ausgesagt hatte, berichteten nun Beamte von der Durchsuchung des Hauses von Silvio S. Die Mutter des toten Jungen hatte ausgesagt, sie sei sich sicher, dass Silvio S. den kleinen Mohamed angelockt haben muss. Diese Annahme wurde nun weiter verstärkt durch die Aussage einer Polizeibeamtin, die an der Hausdurchsuchung nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders beteiligt war.

Laut ihrer Aussage wurden bizarre Entdeckungen gemacht, zum Beispiel lebensecht aussehende Puppen, rosa Prinzessinnenkleider, Fesselwerkzeug und ein Teddy mit Kameraaugen: "In einer Kammer lag ein Riesenhaufen Müll, bis zur Hüfte hoch", sagte die. Unzählige alte Zeitungsausschnitte hätten in dem Raum gelegen, die sie Stück für Stück sortiert habe. "Da waren Massen an ausgeschnittenen Babyköpfen, Mädchenköpfen, Jungenköpfen." Manche Köpfe seien nur zwei Zentimeter groß gewesen. "Die meisten sahen aus wie aus einer normalen Tageszeitung, wie wenn Kindertagesstätten Feierlichkeiten abgehalten haben." Das sei präzise Kleinarbeit gewesen. «Für mich war da schon klar: Er hat sich schon ziemlich lange mit dem Thema beschäftigt."

In einer Tüte eines Textildiscounters entdeckten die Beamten ein Mädchenkleid in Kindergröße, ein Kinder-Oberteil, einen verpackten Slip, eine Einwegfessel, Einmalhandschuhe und Paketschnürbänder. Unter anderem stellte die Polizei auch eine Teddy-Kamera und ein Nachtsichtgerät sicher. Außerdem waren dort handschriftliche Notizen mit rosa Textmarker: "Mädchen, Junge, Messer, Kind besoffen machen, Fesseln, Mund zukleben, knebeln."