Kampf gegen die Corona-Krise

Horrorfund: Spanische Soldaten entdecken Leichen in Altenheimen

Das Militär hilft dabei, Altenheime in Spanien zu desinfizieren, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen.
© dpa, Álex Cámara, europa press vco

25. März 2020 - 9:36 Uhr

Leichen lagen schon länger unbemerkt in den Seniorenresidenzen

Soldaten der spanischen Armee haben eine grausige Entdeckung gemacht. Die Kräfte waren damit beauftragt, zur Bekämpfung des Coronavirus mehrere Altenheime zu desinfizieren. In einigen Residenzen entdeckten die Soldaten Leichen, die offenbar schon länger unbemerkt dort gelegen hatten, berichteten die Zeitung "El Mundo", der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Militärische Nothilfeeinheit UME.

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Menschen lagen verlassen in ihren Betten

In einigen der Heime herrschten offenbar desolate Zustände. Die Heimbewohner wurden teilweise anscheinend einfach in ihren Betten zurückgelassen. Die Soldaten hätten in Heimen Senioren gesehen, "die völlig verlassen, wenn nicht sogar tot auf ihren Betten" lagen, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles dem Sender Tele5. Man werde gegen die Verantwortlichen für solche Missstände "unerbittlich vorgehen", versprach die Ministerin.

Auch Verkehrsminister José Luis Ábalos bestätigte die Berichte auf einer Pressekonferenz in Madrid. Noch lägen wenige Informationen vor, aber gegebenenfalls werde die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen, erklärte er.

Vor allem für ältere und kranke Menschen ist das Coronavirus gefährlich

Auch Spanien ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Erst vergangene Woche gab es Horrorberichte aus Altenheimen. In der Residenz Monte Hermoso in Madrid breitete sich das Virus offenbar ungebremst aus. 20 Bewohner starben innerhalb weiniger Tage. In einem Heim in Ciudad Real gab es 15 Tote. Die meisten der Verstorbenen wurden positiv auf das Virus getestet. Auch in anderen Seniorenheimen in Madrid und ganz Spanien starben zahlreiche infizierte Senioren.

Antrag einer Patientenschutzorganisation leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen das Heim Monte Hermoso ein. Nach Angaben der Madrider Stadtverwaltung wurden in diesem Heim neben den Todesopfern mindestens 75 weitere Menschen - Insassen und Mitarbeiter - mit dem Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Angehörige von Insassen von Monte Hermoso und anderen Heimen sprachen von katastrophalen hygienischen Zuständen und Mangel an Schutzausrüstungen für das Pflegepersonal.

In Spanien sind laut den Zahlen der John Hopkins Universität inzwischen 35.136 Infizierte gemeldet. 2.311 Menschen starben dort bisher an dem Virus (Stand: 24. März, 7 Uhr)

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