Grauenhafte Funde bei mutmaßlichem "Cyber-Dschihadisten"

Das Oberlandesgericht Düsseldorf. Foto: Marius Becker/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

19. März 2020 - 14:30 Uhr

Bei einem mutmaßlichen islamistischen Terroristen aus Köln haben Ermittler grauenhafte Aufnahmen entdeckt. Sie sollen aus dem ehemaligen Herrschaftsgebiet des Islamischen Staats stammen und waren bei einer Hausdurchsuchung beim Angeklagten auf Datenträgern entdeckt worden. Im Prozess gegen den 39-jährigen Deutsch-Tunesier, der am Donnerstag fortgesetzt wurde, wurden die Aufnahmen als Beweismittel auf Leinwänden im Gerichtssaal gezeigt.

Dabei waren Bilder zu sehen, bei denen Menschen die Kehle durchgeschnitten und die Köpfe mit Schwertern abgehackt wurden. Ein Bild zeigte zwei Männer, die bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Auf anderen Bildern war zu sehen, wie kleine Jungen unter Aufsicht von Erwachsenen andere Menschen, darunter auch ein kleines Kind, erschießen mussten. Die Vorsitzende Richterin sagte, es seien auch noch grausamere Videoaufnahmen sichergestellt worden. Diese wurden bislang nicht gezeigt.

Ein Verteidiger behauptete, die Bilder müssten vor dem Hintergrund gewertet werden, dass ihr Mandant "teilweise journalistisch unterwegs" gewesen sei. Er könne das Bildmaterial auch gesammelt haben, um "wissenschaftlichen Mitarbeitern" Auskunft zu geben. Anhaltspunkte dafür nannte er nicht.

Der Angeklagte soll die islamistische Terrorgruppe Ahrar al-Scham in Syrien unterstützt haben. Während die Bundesanwaltschaft ihn als Unterstützer der islamistischen Terrorgruppe einstuft, hatte das Gericht beim Prozessauftakt den Hinweis gegeben, dass sogar eine Verurteilung als Terrorist möglich sei.

Quelle: DPA