Gorch Fock tritt Heimreise an

Das in die Schlagzeilen geratene Segelschulschiff «Gorch Fock» wird voraussichtlich noch diesen Sonntag von Argentinien aus die Heimreise antreten. "Im Augenblick sieht es so aus, als ob das Schiff am Mittag oder frühen Nachmittag (16.00 - 18.00 Uhr MEZ) Ushuaia verlassen wird", sagte Fregattenkapitän Achim Winkler in einem Telefoninterview der Nachrichtenagentur dpa.

Mit an Bord ist die Untersuchungskommission unter Leitung von Konteradmiral Horst-Dieter Kolletschke, die Berichte über Missstände bei der Ausbildung und Vorwürfe von Offiziersanwärtern gegen die Stammbesatzung untersuchen soll. Junge Offiziersanwärter sollen von Mitgliedern der Stammbesatzung drangsaliert worden sein, von Schinderei, übermäßigem Druck und sogar sexueller Nötigung war die Rede.

Die Stammbesatzung hat die Vorwürfe in einem offenen Brief an Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zurückgewiesen und als "Rufmord" bezeichnet. 2008 und 2010 waren zwei Offiziersanwärterinnen unter noch ungeklärten Umständen zu Tode gekommen. Winkler berichtete, in Offizierskreisen sei man zuversichtlich, dass die Gorch Fock trotz der Krise auch weiterhin Segelschulschiff der Bundesmarine sein werde.