Google und Microsoft kämpfen gemeinsam gegen Kinderpornografie

Zukünftig sollen Verweise auf kinderpornografisches Material nicht mehr angezeigt werden.
© dpa, Frank May

19. November 2013 - 20:39 Uhr

Pornografische Fotos erhalten digitalen 'Fingerabdruck'

Die führenden Anbieter von Internetsuchmaschinen Google und Microsoft wollen härter gegen Kinderpornografie im Internet vorgehen. Suchergebnisse für mehr als 100.000 Anfragen seien bereinigt worden, schrieb Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt in einem Beitrag in der Zeitung 'Daily Mail'. Damit sollen Verweise auf kinderpornografisches Material nicht mehr angezeigt werden.

Die Anpassung der Suchergebnisse soll in 150 Sprachen umgesetzt werden, kündigte Schmidt an. "Damit werden die Maßnahmen tatsächlich weltweit Wirkung zeigen." Auch Microsofts Suchmaschine Bing werde bei einer Suche nach Kinderpornografie-Begriffen gesäuberte Ergebnislisten zeigen, erklärte das Unternehmen.

Außerdem bemühen sich Google und Microsoft, die Verbreitung von Fotos zu stoppen: Jedes als illegal eingestufte Bild bekomme einen digitalen Fingerabdruck, damit es immer wieder herausgefiltert werden könne, schrieb Schmidt. Die Technologie dafür komme von Microsoft.

Entwickler von YouTube arbeiteten an einer ähnlichen Software auch für Videos. Bei Google hätten sich in den vergangenen drei Monaten 200 Mitarbeiter mit dem Problem befasst, schrieb Schmidt. Google und Microsoft wickeln weltweit schätzungsweise 95 Prozent aller Online-Suchanfragen ab.

Experten: Noch keine Lösung für Problem

Google und Microsoft reagieren mit ihrer Initiative auf einen Vorstoß des britischen Premierministers David Cameron. Der Regierungschef hatte im vergangenen Sommer die Internetkonzerne zum Handeln aufgerufen. In einer Stellungnahme begrüßte Cameron die Maßnahmen als "einen wirklichen Schritt nach vorne". Die Ankündigungen müssten umgesetzt werden. Andernfalls müssten gesetzlichen Maßnahmen den Schutz sicherstellen.

Experten zufolge kann der Vorstoß aber nur zum Teil gegen das Problem vorgehen: Der Austausch von illegalen kinderpornografischen Bildern und Videos findet ihrer Einschätzung nach nur zu einem kleineren Teil in dem Bereich des Webs statt, der durch Google, Microsoft und andere Anbieter in einem Suchindex erfasst wird.

"Die nutzen nicht Google, um nach diesen Bildern zu suchen" sagte Jim Gamble, von der Schutz-Organisation CEOP (Child Exploitation and Online Protection Centre) dem britischen Rundfunksender BBC. "Die gehen in die dunklen Ecken des Internets auf Peer-to-Peer-Websites." Dort würden Daten direkt zwischen Nutzern ausgetauscht.