Auf dem Weg der Besserung

Seltene Krebsart bei Google-Manager nach Armbruch diagnostiziert

Seit der Diagnose im Dezember letzten Jahres liegt James McGill im Krankenhaus.
© GoFundMe

30. September 2020 - 9:50 Uhr

James McGill kämpft um sein Leben

James McGill ging eigentlich zum Arzt, weil sein gebrochener Arm nicht heilte und er ihn nicht mehr bewegen konnte. Dort wurde bei dem Google-Manager aus Irland eine seltene Form von Krebs diagnostiziert. Jetzt kämpft er ums sein Leben und ist auch schon auf dem Weg der Besserung.

"Ich brach in den Armen meines Vaters zusammen"

Die Ärzte wussten zunächst nicht, was genau James McGill hatte, also überwiesen sie ihn an mehrere Experten. Niemand hatte anfangs eine Erklärung für die Symptome. Als er im Dezember letzten Jahres die Kraft in seinem linken Bein verlor und bemerkte, dass er häufiger stolperte, machten Ärzte eine MRT-Untersuchung bei ihm: James hatte eine Läsion in seinem Gehirn, eine Art Verletzung oder Störung. "Ich bekam den Anruf und brach in den Armen meines Vaters zusammen, als ich ihm sagte, was es war", erinnert sich James McGill im Interview mit "The Sun".

Google-Manager verlor Fähigkeit zu schlucken und zu trinken

James McGill hatte als leitender Manager bei Google gearbeitet.
James McGill hatte als leitender Manager bei Google gearbeitet.
© GoFundMe

Schon bald darauf verlor er die Fähigkeit zu schlucken und zu trinken. "Sie haben eine Operation durchgeführt, um herauszufinden, was es war, und es stellte sich heraus, dass es sich um eine Lymphomerkrankung handelte", sagte er. "Ich bin seitdem bettlägerig."

Eine Lymphomerkrankung ist eine Art von Blutkrebs. Sie entsteht, wenn weiße Blutkörperchen, sogenannte Lymphozyten, die Teil des Immunsystems sind, außer Kontrolle geraten. Dieser Krebs war eine äußerst seltene Form, die im Gewebe seines Gehirns begonnen hatte.

Ärzte sagten, McGill habe nur noch 24 Stunden zu leben

James wurde in einem Krankenhaus in Dublin behandelt – ausgerechnet zu Beginn der Corona-Pandemie. Seine Eltern durften ihn nicht besuchen. "Ich konnte es ihnen nicht einmal persönlich erzählen, weil Besuch nicht erlaubt war. Ich musste es ihnen via FaceTime sagen", erinnert sich James. Er begann radikal an Gewicht zu verlieren. "Irgendwann sagten die Ärzte, ich hätte 24 Stunden zu leben - aber ich wusste nichts darüber", erzählte James "The Sun", "Ich habe halluziniert, dass ich mit Kim Kardashian in London zu Abend gegessen habe."

James McGill (33) hatte mehrere Chemotherapien und fühlt sich nun besser.
James McGill (33) hatte mehrere Chemotherapien und fühlt sich nun besser.
© GoFundMe

Doch James McGill wollte offensichtlich nicht aufgeben. Er ist nicht gestorben – im Gegenteil: Nach einigen Chemotherapien geht es ihm gesundheitlich schon besser. "Die Chemotherapie war ein großer Kampf für Körper und Geist. Jedes Mal habe ich hart gekämpft."

Freunde sammeln Spenden für James McGill (33)

Jetzt konzentriert sich James nur noch auf eins: Er will raus aus dem Krankenhaus und Weihnachten mit seiner Familie zu Hause verbringen. Seine Freunde hatten für ihn eine GoFundMe-Seite gegründet, um eigentlich Geld für Kleinigkeiten zu sammeln. Sie wollten ihm eine Freude machen und ihm auch neue Handtücher besorgen, weil die im Krankenhaus ihm nicht gefielen. Doch es spendeten viel mehr Menschen als gedacht: Sie konnten für James bereits über 30.000 Euro sammeln. 

James McGill hat ein großes Ziel: Er will zu Weihnachten wieder zu Hause sein.
James McGill hat ein großes Ziel: Er will zu Weihnachten wieder zu Hause sein.
© GoFundMe

Jetzt wollen sie sogar noch mehr erzielen, damit sie James Haus renovieren können. "Das Haus braucht viele Anpassungen, um es bewohnbar zu machen. Ich brauche Hebezeuge an der Decke, Erweiterungen unten, es wird eine Menge Arbeit sein", sagte James. "Es hat mir in den letzten Tagen wirklich Kraft gegeben, weil ich sah, wie viele Leute zu mir stehen", sagte James glücklich.